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Die altberühmte ägyptische Stadt Alexandria (Alexandrien; arabisch El-Iskandarija), zweitgrößte Stadt und bedeutendster Hafenplatz des Landes, liegt im äußersten Westen des Nildeltas auf einer sandigen Nehrung, die den Mareotis-See (Mariut-See) vom Mittelmeer trennt. Alexandria ist die westlichste der ägyptischen Städte und bietet insgesamt ein durchaus europäisches Bild. Nur in der verhältnismäßig kleinen Altstadt ist noch orientalisches Leben und Treiben zu beobachten. In und um Alexandria, dem Zentrum des ägyptischen Baumwollhandels (Börse), haben sich v.a. Spinnereien, Webereien, Wirkereien und andere textilverarbeitende Betriebe angesiedelt. Ferner besitzt die Stadt eine lebhafte Nahrungsmittelindustrie und Zigarettenfabriken, Gerbereien sowie eine Erdölraffinerie. Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung als Drehscheibe des Handels im östlichen Mittelmeerraum besaß Alexandria von jeher eine große Ausländerkolonie. Der größte Teil der heute hier ansässigen Europäer (etwa 4% der Bevölkerung) sind Griechen und Italiener. — Alexandria ist Sitz des Oberhauptes der ägyptischen koptischen Kirche sowie eines orthodoxen und eines uniertkoptischen Patriarchen. Von Alexander dem Großen im Jahre 331 v.Chr. gegründet, war Alexandria unter den Ptolemäern seit Ptolemäus 1. Soter (323 bis 286 v. Chr.) Haupt- und

Residenzstadt Ägyptens und geistiger Mittelpunkt der griechischen Welt. Seine Bedeutung verdankte es der überaus günstigen Lage zwischen dem Mittelmeer und dem Mareotis-See, den schiffbare Wasserarme mit dem Nil verbanden. Auf der nördlich vorgelagerten Insel Pharos erhob sich an der Stelle des heutigen Forts Kait Bey der 279 v.Chr. vollendete, ursprünglich 400 Ellen (180 m) hohe Leuchtturm ('Pharus'), eines der sieben Wunder der Alten Welt. Ein sieben Stadien (1300 m) langer Hafendamm, das Heptastadion, der im Laufe der Jahrhunderte mehr und mehr verbreitert wurde, führte von der Insel zum Festland hinüber. Hier lag im Osten der Stadtteil Brucheion, wo die Königspaläste, das Museum mit der berühmten alexandrinischen Bibliothek (angeblich 700000 Rollen), das große Theater und der Tempel des Poseidon standen. Nordöstlich davon dehnte sich der Stadtteil Kaisareion (Caesareum) aus. Im ältesten Stadtteil Rhakotis, im Westen und Südwesten, befand sich das Serapeion und die Nekropolis. Zur Zeit der Römer war Alexandria ein Weltverkehrsplatz und soll bereits damals eine halbe Million Einwohner gezählt haben. Caesar hielt hier im Jahre 48 v.Chr. nach der Ermordung des Pompejus einen pomphaften Einzug; ihn wie auch den Antonius fesselte Kleopatra an sich. Augustus gründete die östliche Vorstadt Nikopolis. Der Evangelist Markus war nach der Überlieferung der erste Verkünder des Christentums in Alexandria, das seit dem 2. Jahrhundert neben Karthago ein Hauptsitz christlicher Gelehrsamkeit wurde. Unter Trajan (96-117) gaben die Juden, damals ein Drittel der Bevölkerung, Veranlassung zu blutigen Unruhen. Später, in den Jahren 250, 257 und 362, fanden schwere Christenverfolgungen statt. Seit Theodosius 1. (379-395) wurde das Heidentum unterdrückt. Nach der Eroberung durch die Araber im Jahre 642 sank die Bedeutung der Stadt im gleichen Maße, wie sich der neue Herrschersitz Kairo entwickelte; um 1800 zählte sie nur noch 5000 Einwohner.

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