Die im Norden vom Mittelmeer, im Westen vom Grabenbruch des Golfes von Sues, im Süden vom Roten Meer und im Osten und Südosten von der tektonischen Senke des Jordans bzw. seiner südlichen Fortsetzung, dem Golf von Akaba, begrenzte Halbinsel Sinai wird im allgemeinen schon dem asiatischen Kontinent zugerechnet. Sie ist ein zum größten Teil von Steppe und Wüste erfülltes, allein im Norden am Meer und in einigen kleinen Oasen kultivierbares, nahezu menschenleeres Land, das dennoch im wild zerklüfteten Gebirgsstock des Sinai mit seinen abgeschiedenen Tälern, malerischen Felsszenerien und immer neuen großartigen Ausblicken zu den reizvollsten Landschaften Ägyptens zählt. Mit einer Gesamtfläche von rund 25000 qkm entspricht die Halbinsel Sinai etwa der Ausdehnung von Sizilien. Den nördlichen Teil nimmt ein welliges Tafelland aus kretazeischen und tertiären Kalken und Sandstein ein, das sich von Norden nach Süden langsam anhebt und in dem weit ausschwingenden Bergriegel des Dschebel et-Thih Höhen um 1200 m ü.d.M. erreicht. Den Süden der Halbinsel nimmt das mächtige, aus kristallinem Urgestein (Gneise, Granite, Porphyr, metamorphe Schiefer) aufgebaute und durch Erosion stark gefurchte und zerklüftete Sinai-Gebirge ein. Seine höchsten Erhebungen, der Dschebel Katerin (2642 m ü.d.M.), der Dschebel Musa
und der Serbal (2057 m ü.d.M.) reichen bis nahe an die Grenze von ewigem Schnee und Eis. Die majestätischen Massen dieses Gebirges unterlagen im Laufe ihrer ungeheuer langen geologischen Geschichte keinen Umgestaltungen. Allein den Fuß dieses Massives hat das Rote Meer in Jahrmillionen mit einem breiten Saum von Korallenriffen umgeben, wie sie noch heute vor der Küste immer neu entstehen. Die wichtigsten Siedlungen der Halbinsel liegen an der Küste. Es sind im Norden, am Mittelmeer, EI-Arisch (im Altertum Rhino-Koruna) und Gaza, die Häfen Sues und Et-Tor am Golf von Sues, sowie Sharm el Sheik und der Militärstützpunkt Akaba am Golf von Akaba. Die in jüngerer Zeit entdeckten beträchtlichen Erdöl- und Erdgasvorkommen im Westen der Halbinsel sowie einige Manganerz-, Kupfer- und Phosphatlagerstätten machen den ansonsten wenig einladenden Landstrich wirtschaftlich höchst interessant.
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