Mallorca Spanien
Die Gründung von Palma dc Mallorca das heute 320 000 Einwohner hat, geht auf die Römer zurück, die 123v. Chr. einen Flottenverband gegen die dreisten mallorquinischen Seeräuber aussandten. Unter der tatkräftigen Führung von Quintus Cäcilius Metellus gelang den Römern die Einnahme der Insel, die dann ein Jahr später vollständig in ihrer Hand war. Wie üblich begannen die neuen Herren sofort mit einer umfassenden Romanisierung, gründeten Ortschaften, legten Straßenverbindungen an und führten neue Nutzpflanzen ein. Die Stadt Palmerja (,?Siegespalme?) entwickelte sich unter den neu hinzugezogenen römischen Veteranen und Kolonisatoren schnell zu einer blühenden Metropole. Ob es sich dabei allerdings um das heutige Palma gehandelt hat, oder ob Palmeria heim heutigen Colönia de Sant Jordi lag, ist umstritten. Gut sechs Jahrhunderte blieb es weitgehend friedlich, und unter der römischen Herrschaft avancierte die Insel zu einer Drehscheibe des mediterranen Handels.Damit war es Anfang des 5. Jh. vorbei, als die Vandalen unter Geyserich mordend und hrandschuzend über die Insel zogen. Wie viele andere Orte versank auch Palma in Schutt und Asche. Nach dem Sieg der Byzantiner über die Vandalen im Jahr 533 gelangte Mallorca in die Hände der neuen Mittelmeergroßmacht, doch Byzanz war so sehr mit den Goten und später mit den islamischen Heeren beschäftigt, dass es keine bleibenden Akzente auf der Insel setzen konnte. 902 fiel Mallorca an die Mauren, die nun ein neues wirtschaftliches und kulturelles Programm durchsetzten. Palma bewahrte seine Vorrangstellung, und die Muslime bauten ihre lnselhauptstadt unter dem Namen Medina Mayurka zu einer prachtvollen Metropole aus. Der Almudaina-Palast entstand als Regierungssitz, und direkt daneben überragte die große Freitagsmoschee die verwinkelten Straßen und Gassen der Stadt. Für 300 Jahre herrschten Friede und Wohlstand. Im Zuge der Reconquista eroberte der christliche König Jaumet 1229 die Stadt und gab sie für acht Tage zur Plünderung frei. Viele bedeutende Kulturgüter der Metropole verschwanden als Beute der marodierenden Soldateska, und was nicht mitgenommen werdeo konnte, ging in Flammen auf. Auf den Resten der niedergebrannten Moschee ließ Jaume mit dem Bau der Kathedrale beginnen, in der er lange vor ihrer Fertigstellung zum König Mallorcas gekrönt wurde. Ein Jahrhundert später verlor Jaume lIt. die Krone an das 1-lerrscherhaus von Aragön, doch Palmas Bevölkerung lehnte die neuen Herren ab, und Aufstände brachen aus. Doch ebenso schnell, wie die Volksseele hochgekocht war, beruhigte sie sich wieder, änderte sich doch unter dem aragonesischen Königshaus nichts an der erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung in der Hauptstadt. Handel und Seefahrt blühten weiter auf. Den mallorquinischen Kapitänen gelangen im Verbund mit den besten Kartografen der damaligen Zeit spektakuläre Entdcckungsfahrten und die Sicherung neuer Seewege. Palmas Reeder geboten über eine Handelsflotte von über 300 Seglern und hatten ein Heer von 35 000 Matrosen in ihren Diensten, Mallorquinische Schiffe liefen alle wichtigen Mittelmeerhäfen an und segelten die Atlantikküste hoch bis nach Flandern und England. Die wirtschaftlichen Erfolge der Kaufleute schlugen sich im Stadtbild Palmas nieder. Die Kathedrale wurde prachtvoll ausgestaltet, die Seehandels- börse, die Llorja, zeugte vom Erfolg der Flotte und die Händler ließen sich reichdekorierte Herrenhäuser erbauen. Während die Gewinne der Reeder und Kaufleute explodierten, stiegen auch die Abgaben und Pachtzinsen der im Landesinneren schuftenden Kleinbauern. Deren Fron machte sich 1521 in offener Rebellion Luft, für fast zwei Jahre legten die Aufstände der Germania das öffentliche Leben weitgehend lahm, und die Wut der Kleinbauern gipfelte in der Plünderung von Palma. Der freie Seehandel fand mit dem Sieg der türkischen Piratenbrüder Barbarossa über die Spanier ein abruptes Ende. Die tnselbevölkerung hatte nun unter regelmäßigen Angriffen der Korsaren zu leiden. Palma blieb zwar verschont, aber der einträgliche Seehandel kam fast vollständig zum Erliegen.

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