Juni 23rd, 2009 von admin

Das zu den vulkanischen Kleinen Sundainseln gehörige Eiland Lombok (4669 km²; 2,7 Mio. Bewohner) wurde Anfang des 18. Jahrhunderts von Balinesen unterworfen, die vier sich gegenseitig bekämpfende Fürstentümer errichteten. Im Jahre 1843 kam die Insel unter die Herrschaft der Niederländer, die auch hier ihr ausgeklügeltes Plantagenwirtschaftssystem aufbauten. Zu den Hauptanbauprodukten der Insel gehören heute Reis, Mais und Tabak.
Ureinwohner Lomboks sind die rund 1,6 Mio. Sasak, die zum überwiegenden Teil Anhänger des unter der Bezeichnung ‘Islam Watu Telu’ bekannt gewordenen Synkretismus sind, in dem Elemente des Animismus mit solchen des Hinduismus und des Islam verschmolzen sind. Dieser Mischkult äußert sich nicht zuletzt in besonders farbenprächtigen religiösen Festlichkeiten. Mataram ist die Hauptstadt der Insel und der Provinz Nusa Tenggara Barat. Hier residierte einst ein balinesischer Fürst. Wichtige Sehenswürdigkeiten sind der ’schwimmende Gerichtshof’ Taman Mayura und die Miru-Tempel. Im Norden von Mataram liegt der alte Hafen Ampenan mit einigen guten Fischrestaurants; in der Nähe von Ampenan steht der reizvolle Tempel Batu Bolong, von dessen Terrasse man einen schönen Ausblick hat. Etwa 25 km nördlich von Mataram erstreckt sich das Unterwasserparadies von Pantai Pemenang, wo eine vielfältige tropische Meeresfauna (Fische, Korallen) zu bestaunen ist. Unweit östlich von Mataram liegt der Marktort Cakranegara, wo schönes Kunsthandwerk (bes. Korbwaren, Textilien und Keramik) recht preisgünstig erworben werden kann. ? Außerhalb von Cakranegara sind der Sommerpalast von Narmada sowieder Höhenerholungsort Suranadi vielbesuchte Ziele. In Suranadi verdienen die in balinesischem Stil angelegten Tempel und Gärten Erwähnung; der Teich der heiligen Aale wurde früher als Orakelstätte aufgesucht. Einige Kilometer südlich von Mataram ist der Berg Gunung Pengsongein beliebtes Ausflugsziel mit einem Affentempel. Etwa 45 km südlich von Mataram befindet sich der schöne Sandstrand Kuta Beach, der alljährlich im Februar Schauplatz eines großen Jugendfestes ist. Abenteuerlustige Lombok-Touristen versäumen nicht, den 3726 m hohen ‘i Vulkan Rinjani mit seinem smaragdgrün schimmernden Kratersee Segara Anak zu besteigen. Im Zuge der Lombokstraße, die durch die postglaziale Unterbrechung der Landverbindung zwischen Lombok und Bali (Meeresspiegelanhebung durch Abtauen der Eiskappen) entstand, verläuft die nach dem britischen Zoologen A.R. Wallace (1823-1913) benannte Wallace-Linie, eine tier- und pflanzengeographische Grenzlinie, welche die malaio-asiatischen von den malaio-australischen Formen trennt und u.a. die Westgrenze des Verbreitungsgebietes der australischen Riesenechsen und Beuteltiere sowie nicht zuletzt der Papuaethnien markiert. KOMODO Die 280 km² messende Insel Komodo liegt zwischen den beiden kleinen Sundainseln Sumbawa und Flores. Das recht unfruchtbare Eiland wird nur von wenigen hundert Menschen bewohnt. Berühmtheit hat die Insel erlangt als Heimat des Komodowarans (Varanus komodoensis), einer vom Aussterben bedrohten Riesenechsenart (bis zu 3 m lang; nur noch einige hundert Exemplare). Ihr Bestand ist vor allem durch wildernde Hunde gefährdet, welche die Gelege der Echsen plündern. Es ist vorgesehen, auf der Insel einen Nationalpark einzurichten, um die seltenen Tiere, die mitunter auch den Menschen gefährlich werden können, besser zu schützen. Die besten Zeiten für einen Besuch von Komodo sind die Monate März bis Juni und Oktober bis Dezember. Man kann dann die Komodowarane am besten beobachten, wenn Köder ausgelegt werden. Flores (ca. 1. Mio. Bewohner), mit 14250 km² die zweitgrößte der Kleinen Sundainseln, ist vulkanischen Ursprungs. Bis heute sind einige dieser bis 2382 m ü.d.M. hohen ‘Feuerberge’ aktiv. An die Vulkanreihe schließt im Norden ein schmaler, im Jungtertiär gebildeter Landstreifen an, der über weite Strecken von Alang-AlangGräsern bedeckt ist. Zu den touristischen Höhepunkten der Insel zählt eine (beschwerliche) Besteigung des Vulkans Keli Mutu, dessen drei aufgrund unterschiedlichen Schwefel- und Eisengehalts verschieden gefärbte Kraterseen besondere Attraktionen sind. Sehr feierlich geht es in der Osternacht auf den kerzenbeleuchteten Straßen von Larantuka zu, wenn die ‘Schwarzen Portugiesen (Nachkommen portugiesischer Einwanderer und Eingeborener) im Rahmen einer Prozession Reliquien und christliche Kultgegenstände zu lauten Gebeten und Gesängen durch die Stadt tragen.

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