Laos
Laos, ist ein südostasiatischer Binnenstaat, der sich mit einer Gesamtfläche von 236800 km² zwischen 13°55′ und 22″30′ nördlicher Breite sowie 100′10′ und 107°40′ östlicher Länge im Nordosten des hinterindischen Subkontinents ausdehnt. Seine gestreckte Gestalt ist von Nordwesten nach Südosten entlang dem Mekong ausgerichtet, der auf weite Strecken die natürliche Grenze bildet; die größte Längenausdehnung beträgt gut 1100 km. Laos grenzt im Norden an China, im Nordosten und Osten an Vietnam, im Süden an Kambodscha, im Westen an Thailand und im Nordwesten an Birma. Die Landesnatur ist geprägt durch Gebirgsland (bis über 2800 m ü.d.M.; im Osten das Bergland von Annam), das etwa zwei Drittel der Staatsfläche einnimmt, sowie mehrere Hochebenen, von denen im Norden das Xiang-Khuang-Plateau (Ebene der Tonkrüge) und im Süden das fruchtbare Boloven-Plateau die bedeutendsten sind. Ein weiteres bestimmendes Element ist der über lange Strekken die Westgrenze des Landes bildende Mekong, der weite Reisebenen durchfließt, etwa im Süden die Niederung von Savannakhet, wo Gemüsebau betrieben wird.Das Klima in Laos ist tropisch feuchtwarm. Der etwa von Mai bis Oktober herrschende Sommermonsun bringt reichliche Niederschläge, deren durchschnittliche Jahreswerte auf den Hochebenen bei etwa 1000 mm, in den Bergen zwischen 2000 und 3000 mm liegen. Die Temperaturen bewegen sich im Durchschnitt zwischen Winterwerten (Januar) von 15°C im Norden bzw. 23°C im Süden und Sommerwerten (Juli) von annähernd 30°C, wobei unmittelbar vor Einsetzen des Monsuns Hitzewellen mit Temperaturen bis zu 40°C vorkommen. Die kühlsten Monate sind November, Dezember und Januar; hier können die Temperaturen im Gebirge bis auf den Gefrierpunkt absinken. Die tropische Vegetation des unweit südlich vom Nördlichen Wendekreis gelegenen Landes ist entsprechend den verschiedenen Höhenlagen deutlich gestuft, wobei insgesamt etwa 60% der Landfläche mit Dschungel oder Wald bestanden sind. In den Stromniederungen des Mekong herrscht lichter Monsunwald, in etwas höheren Lagen immergrüner Regenwald vor. Die Hochebenen haben Savannencharakter, und die Bergetragen Mischwälder. Die ausgedehnten Dschungelwälder können der tropischen Tierwelt auch heute noch einen gewissen Schutz bieten. So leben hier in freier Wildbahn u.a. noch Elefanten, Nashörner, Affen (Halb- und Menschenaffen), Tapire, Wasserbüffel (Arni), Dschungelrinder (Gaur) und Schakale sowie Schleichkatzen und sporadisch Tiger.Die auf rund vier Millionen Menschen geschätzte, fast ausschließlich in der Landwirtschaft tätige Bevölkerung besteht zum überwiegenden Teil aus Lao, einem den T’ai verwandten Volk, das die Ebenen des Mekong und seiner Nebenflüsse sowie die Hochebenen bewohnt. Etwa 10% der Bevölkerung stellen autochthone Bergstämme (Meo, Yao u.a.). In den Städten gibt es kleine Minderheiten von Chinesen und Vietnamesen; über die Hälfte der städtischen Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Vientiane. Bis zur Gründung der Volksrepublik marxistisch-leninistischer Ausprägung war der Hinajana-Buddhismus Staatsreligion. Das neue Gesellschaftssystem bekämpft alle religiösen Bekenntnisse; buddhistische Klöster und Tempel wurden geschlossen, christliche Missionare ausgewiesen. Dennoch ist der Buddhismus im Volk der Lao fest verankert; die Bergvölker bewahren ihre eigenen meist animistischen Stammesreligionen. Landessprache ist das Laotische (Lao; eine Thai-Sprache); die Bergvölker haben eigene Idiome. Das Französische ist nach wie vor weitverbreitet und wird teilweise noch in der Verwaltung benutzt. Im Zuge des Aufbaus einer sozialistischen Gesellschaft erfahren das Gesundheitswesen und das Bildungswesen massive Förderung; inzwischen besuchen rund neun Zehntel der Kinder eine Schule. Das ursprünglich in der südchinesischen Provinz Yünnan ansässige Volk der Lao weicht im 12./13. Jh. dem Druck der mongolischen Expansion unter Kublai Khan und zieht mekongabwärts. Im Jahre 1353 gründet der laotische Prinz Fa Ngoum in Luang Prabang ein von Kambodscha unabhängiges Königreich namens Lane Xang (Lanchang = ‘Land der Million Elefanten’), das aber die Kultur der Khmer und den Buddhismus übernimmt. Von 1373 bis 1548 erweitern seine Nachfahren den Einflußbereich; allerdings zwingen birmanische Einfälle zur Verlegung der Residenz weiter südwärts nach Vientiane.
