Speisen auf Hawaii
Es gibt nur noch wenige für Hawaii typische Speisen. Am bekanntesten ist das bau, für die Hawaiier gewöhnlich ein opulentes Festessen aus Anlaß einer Feier. Dieses Gericht besteht hauptsächlich aus Schweinefleisch, das unzerteilt in Blätter der Taropflanze gewickelt in einem Erdofen (imu) aus erhitzten Lavasteinen zusammen mit Süßkartoffeln (uwala’a) oder Yams, Brotfrucht und grünen Bananen stundenlang geröstet wird. Das Ganze heißt dann kalua pig. Zum luau gehört aber auch lomi lomi, roher zerkleinerter Lachs mit Tomaten, Pfeffer, Zwiebeln in unterschiedlicher Zubereitung und poi, ein aus gestampften Tarowurzeln zubereiteter Brei, einst Grundnahrungsmittel der Hawaiier, sowie Brathuhn mit Reis. Als Nachspeise werden haupia (Pudding aus Kokosmilch), frische Ananas und Kokosnußkuchen serviert. In kirchlichen Missionen oder kleineren Hotels, aber natürlich auch bei einer hawaiischen Familie, erhält man ein luau ziemlich unverfälscht. Alle großen Hotels bieten wenigstens einmal in der Woche ein luau an, das von hula-Tänzen begleitet wird. Zu einem besonderen Erlebnis wird das luau auf Oahu vor allem im Germaine’s luau. Ein weniger verbreitetes echt hawaiisches Gericht ist das laulau. Es besteht aus Rind- oder Schweinefleisch, das gleichfalls mit Gewürzen und Fisch vermischt in ti-Blättern im imu geröstet wird. Die Fischgerichte mahimahi (gegrillte und gekochte Filets, meistens von Dorade, nicht Delphin, wie man bei dem Wort dophin auf der Speisekarte meinen könnte) und opakapaha (gedünsteter Fisch) sind mehr vom Namen als von der Zubereitung her hawaiisch. Das gleiche gilt für die pupus, bei Cocktails oder als Vorspeise gereichte Appetitanreger jeder Art und Herkunft. Wenn auch nicht typisch hawaiisch, so doch charakteristisch sind Speisen aus den Herkunftsländern der gemischten Bevölkerung. Chinesische Restaurants wurden bereits erwähnt. Sehr beliebt ist bei den Einheimischen das in Hawaii im vorigen Jahrhundert entwickelte japanische saimin, eine Art Nudelsuppe mit Huhn, Rind, Krabben und Zwiebeln. Es wird vielfach an Straßenständen verkauft. Ebenfalls weit verbreitet, aber nicht mehr echt japanisch, ist das teriyaki-Steak, in Sojasoße, Reiswein (sake), Zucker, Ingwer und Knoblauch mariniertes und gekochtes Rindfleisch. In amerikanischer Abwandlung ist daraus auch teriburger geworden. Andere fremdländische Genüsse sind das koreanische kalbi (mariniertes Steak) mit kim chee (stark gewürztes Gemüse) und das philippinische adobo (Schweinefleisch oder Huhn mit Knoblauch, Pfeffer und anderen Zutaten). Dieses bunte Gemisch von Restaurants mit fremdländischer Küche ist im wesentlichen auf Oahu und hier wieder auf Waikiki beschränkt. Chinesische Restaurants findet man allerdings überall. Nicht zu vergessen sind die herrlich aromatischen Früchte, wie die überall wild wachsende Guava, die Passionsfrucht, Mango, Papaya und natürlich die erst im 19. Jh. nach Hawaii eingeführte Ananas. Keines der Getränke mit so einladend klingenden Namen wie Mai-Tai, Blue Hawaii, Chi-Chi, Zombie etc. ist echt hawaiisch. Es handelt sich bei diesen fast 100 Mixturen um zumeist auf Rumbasis und anderen Spirituosen wie Wodka, Curaao und Gin angerichtete, in vielen Farben schillernde Cocktailgetränke, denen eine Orchideenblüte beigegeben wird. Diese Getränke werden zur Happy Hour ab 17 Uhr, begleitet von Hawaii-Musik, gereicht. Hawaiischen Ursprungs ist dagegen der okolehao, eine Art Schnaps aus der Wurzel der ti-Palme. Ein anderes traditionelles Getränk ist das awa, ein durch Auspressen der Wurzeln des Pfefferstrauchs (Piper methysticum) gewonnenes, leicht narkotisches Getränk. Im Gegensatz zu den Südsee-Inseln, wo Zubereitung und Reichung des dort kawa genannten Getränks rituellen Regeln folgen, wird awa selbst von den Hawaiiern kaum noch getrunken. Wer nach deutschem Reinheitsgesetz gebrautes Bier trinken möchte, sollte sich das Koolau Lager genehmigen. In Hawaii lebende ausgewanderte deutsche Braumeister bürgen für Qualität.
