Juni 29th, 2009 von admin

Valletta, die amtlich il-Belt Valletta, früher La Valetta genannte, von den wohl mächtigsten Befestigungsanlagen der Welt umgebene Hauptstadt von Malta erstreckt sich in strategisch günstiger Lage auf der 60 m hohen Halbinsel Sciberras an der Nordostküste Maltas. Die 3 km lange und bis zu 700 m breite Landzunge trennt die zwei größten und wirtschaftlich bedeutendsten Häfen des Landes, Marsamxett Harbour und Grand Harbour, voneinander, deren tief ins Landesinnere reichende Buchten die Stadt im Norden, Osten und Süden umschließen. Sie gelten als günstigste und schönste Naturhäfen Europas. Das gesamte Hafengebiet rund um das Zentrum Valletta ist halbkreisförmig von einem Kranz dicht besiedelter Kleinstädte umringt, die zusammen mit der Hauptstadt die Agglomeration Valletta bilden. Das Südufer des Grand Harbour säumen die fließend ineinander übergehenden Häuserzeilen von Kalkara, Vittoriosa, Cospicua, Senglea, Paola und Marsa, an die sich nach Norden, entlang der Bucht von Marsamxett Harbour, die Stadtgebiete von Floriana, Pietä, Msida, Ta’Xbiex, Gzira und Sliema anschließen. Als Hauptstadt des maltesischen Archipels ist Valletta mit allen Verwaltungsfunktionen des Landes ausgestattet. Hier haben u.a. das Parlament und der höchste Gerichtshof als wichtigste Institutionen ihren Sitz. Gleichzeitig ist Valletta auch der kulturelle Mittelpunkt der Inselrepublik. Neben dem Bischofssitz und der 1769 gegründeten Universität sind besonders das Malta College of Arts. Science and Technology, das Malta Cultural Institute, die Agrarian Society, das Observatorium sowie mehrere höhere Schulen hervorzuheben. Rang und Namen besitzt auch das National Museum of Malta. Die Stadtregion Valletta mit ihren bei den Häfen ist das wirtschaftliche Zentrum der maltesischen Inseln. Größter Arbeitgeber ist die ehemalige britische Marinewerft, die 1958 in ein ziviles Wirtschaftsunternehmen umgewandelt wurde. 1968 ging sie in staatlichen Besitz über. In den fünf Trockendocks werden Passagierschiffe gebaut und überholt sowie Tanker bis zu 300 000 t repariert und gereinigt. Der Betrieb beschäftigt mehr als 5000 Personen. Der 1961 modernisierte Grand Harbour, über den fast der gesamte Handels- und Passagierverkehr des Landes abgewickelt wird, besitzt einen für Schiffe bis zu 92 000 BRT ausgebauten Tiefwasserkai mit einem 12 500 t fassenden Getreidesilo und zahlreichen Transitschuppen. Hier werden im Jahr über 400 000 t Güter umgeschlagen. In neuerer Zeit hat man versucht, das ehemals ausschließlich auf den militärischen Bereich des britischen Flottenstützpunkts ausgerichtete Erwerbsleben umzustrukturieren, denn durch den zeitlich gestaffelten Abzug der Engländer entstand in Malta nach und nach ein akuter Arbeitsplatzmangel. Die dominierende Rolle der beiden Häfen blieb zwar auch nach der Entmilitarisierung erhalten, aber zusätzlich gelang der Aufbau mehrerer Industriebranchen, und zwar vornehmlich Nahrungsmittel-, chemische und Textilindustrie sowie Maschinenbau. Die meisten Betriebe wurden in Marsa am inneren Zipfel des Grand Harbour angesiedelt. Den Arbeitskräfteüberhang auf dem Dienstleistungssektor konnte man im Lauf der Zeit durch die Förderung des Fremdenverkehrs zum großen Teil abbauen.

Comments are closed.