Juni 30th, 2009 von admin

Mittelpunkt Vallettas ist der Palace Square mit seinem 1568-74 vom Ordensbaumeister Gerolamo Cassar errichteten Großmeisterpalast (Grand Master’s Palace). Der Renaissancebau mit seiner von zwei Eingängen geprägten Fassade ist die ehemalige Residenz der Großmeister des Johanniter- oder Malteserordens. Heute beherbergt er das maltesische Parlament, den Amtssitz des Staatspräsidenten und andere Regierungsbehörden. Im Neptunshof (Neptune Court), dem größeren der beiden Innenhöfe. steht eine schöne Bronzefigur des Meeresgottes, während den baumbestandenen Prince Alfred Court die von Großmeister Manuel Pinto de Fonseca (1741-73) gestiftete Mohrenjuhr mit türkisch gekleideten Figuren, die die Stunden mit großen Hämmern schlagen, ziert. Im INNEREN des Großmeisterpalastes befindet sich die berühmte Council Chamber mit kostbarsten Gobelins, die auf Veranlassung des Großmeisters Ramon Perellos y Roccaful (1697-1720) in Frankreich gewebt wurden. Sie zeigen exotische Szenen aus der damals noch wenig bekannten Karibik und aus Südamerika. Auch alle anderen Säle und Flure des Palastes sind mit wertvollen Kunstgegenständen und alten Waffen prunkvoll ausgestattet, vor allem der Saal des Großen Rats mit herrlichen Fresken, die Hall of the Ambassadors mit Ölgemälden zahlreicher Herrscher und Großmeister der damaligen Zeit und der Yellow State Room. dessen Wände mit gelbem Brokat verziert sind. Besonders sehenswert ist die Waffenkammer (Armoury) im Untergeschoß. die zu den größten Sammlungen ihrer Art in der Welt zählt. obwohl nach der Plünderung durch die Franzosen nur ein Bruchteil der ehemaligen Kostbarkeiten erhalten blieb. Prunkstücke sind die in Mailand gearbeitete Rüstung des Großmeisters Adrien de Wignacourt (1690-1697) und die aus der Werkstatt Siegismund Wolfs in Landshut stammende Rüstung Martin Garzes’. Dem Palast gegenüber steht das mit dorischen Säulen verzierte klassizistische Gebäude der ehemaligen Hauptwache (Main Guard), in dem zur Zeit der Ordensritter die Leibwache des Großmeisters untergebracht war. Heute befinden sich hier das Libyan Cultural Centre und das Italian Cultural Centre. An der Nordostseite des Palace Square die Hostel de Verdelin aus dem 17.Jahrhundert. Von hier führt die rund 900 m
lange Republic Street, zur Fußgängerzone umgestaltete Hauptgeschäftsstraße der Stadt, schnurgerade zum 350 m entfernten Fort St. Elmo an der Spitze der Landzunge von Valletta. Die Befestigungsanlagen wurden 1553 unter dem spanischen Großmeister Juan de Homedes (1536-53) zum Schutz der Hafeneinfahrt von Grand Harbour errichtet, und zwar unter Einbeziehung von Teilen einer mittelalterlichen Zita- delle, die an gleicher Stelle von den Spaniern erbaut worden war. Zuvor stand hier bereits eine normannische Befestigung. Etwa zur selben Zeit entstanden die auf der anderen Seite des Grand Harbour gelegenen Forts St. Angelo und St. Michael. Damaliger Ordenssitz war Birju, das heutige Vittoriosa. Fort St. Elmo wurde während der großen Belagerung (1565) von den Türken zerstört und bei der Gründung Vallettas wiederaufgebaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde von hier aus ein Angriff der deutschen Kriegsmarine erfolgreich abgewehrt. Heute ist im Lower Fort das Kriegsmuseum untergebracht, mit Exponaten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, darunter ein berühmtes Kampfflugzeug. Die südöstliche Parallelstraße der Republic Street ist die Merchan ts Street, die ebenfalls an den Bastionen von Fort St. Elmo beginnt. Sie wird nach 120 m von der Old Hospital Street gequert, der man nach links folgt. Hier befindet sich das Hospital der Ordensritter (Hospital of the Order), dessen Lage am Südhang des Mount Sciberras zwar klimatisch ungünstig gewählt war, zu dem Kranke und Verwundete jedoch von den im benachbarten Grand Harbour ankernden Schiffen problemlos transportiert werden konnten. Das Gebäude wurde unter dem Großmeister Jean l’Evöque de la Cassiere (1572-81) von einem unbekannten Baumeister errichtet. Es enthält den größten Krankensaal der damaligen Zeit (60 m lang, 15 m breit und 10 m hoch).? In der gegenüber beginnenden St. Paul Street folgt auf der rechten Seite die Universität (University of Malta). Sie entwickelte sich aus dem ehemaligen Collegium Melitense, einer hohen Bildungsstätte des Malteserordens, das vom Großmeister Hugues Loubenx de Verdalle (1581 bis 1595) gegründet wurde. Die sieben Fakultäten besitzen rund 1100 Studenten. Auf derselben Straßenseite, vorbei an der Markthalle, erreicht man wenig später die St. Paul’s Shipwreck Church mit prächtigem Innenraum, in dem sich ein Meisterwerk von Paladini (1544-1614; Schiffbruch des hl. Paulus) befindet.

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