Juli 2nd, 2009 von admin

Die drei Cayman Islands (deutsch ‘Kaimaninseln’) liegen zwischen 19′ 15′ und 19″ 45′ nördlicher Breite sowie zwischen 79′ 44′ und 81″ 27′ westlicher Länge auf einem submarinen Rücken im Karibischen Meer, der sich von der Sierra Maestra auf Kuba westwärts bis nach Belize (ehem. Britisch-Honduras) auf der mittelamerikanischen Landbrücke erstreckt und das nördliche Yukatän-Becken vom südlichen Kaimangraben abgrenzt, der als tiefste Zone dieses Randmeeres bis 7 680 m unter dem Meeresspiegel abfällt. Grand Cayman, Little Cayman und Cayman Brac bilden eine britische    Kronkolonie Kronkolonie mit innerer Autonomie, die dank freizügiger Steuer- und Investitionsgesetze als besonders wohlhabend gilt. Die Kaimaninseln wurden von Kolumbus auf seiner letzten Reise im Jahre 1503 entdeckt und wegen der vielen hier brütenden Schildkröten zunächst ‘Las Tortugas’ genannt. Der Name ‘Caymanas’ (indianische Bezeichnung für eine Echsenart) tauchte schon 1530 auf. Erster britischer Inselbesucher war Sir Francis Drake, der 1586 von Santo Domingo aus hierher kam. Vier Jahre später landete Kapitän William King auf Grand Cayman und begann mit dem Abschlachten der zahlreichen Meeresschildkröten. In der zweiten Hälfte des 17. Jh.s sollen Deserteure aus der Armee Cromwells, der damals den Spaniern Jamaika abgenommen hatte, als erste Kolonisten gelandet sein. Nach dem Vertrag von Madrid im Jahre 1670 und besonders nach dem Vertrag von Utrecht 1713 übernahmen Piraten die Inselherrschaft. Sir Henry Morgan, Thomas Anstis, Edward Low, George Lowther und Neil Walker sind die herausragenden Namen. 1717 trieb Edward Teach, besser bekannt als ‘Blackbeard’, sein Unwesen, von Robert Louis Stevenson in “Treasure Island” (”Schatzinsel”) verewigt. Ab 1734 kamen wieder Siedler auf die Inseln, meist Fischer schottischer Abstammung. Im November 1788 verunglückten infolge merkwürdiger Umstände zehn in einem Konvoi aus Jamaika kommende Handelsschiffe vor der Ostküste von Grand Cayman. In einer als heldenhaft bezeichneten Aktion retteten die Inselbewohner die Schiffbrüchigen. Als Dank dafür soll der englische König Georg III. den Inseln Steuerfreiheit versprochen haben. Zu Beginn des 19. Jh.s lebten auf den Inseln etwa 1 000 Menschen (davon etwa die Hälfte Negersklaven) vorwiegend von Fischfang und Landwirtschaft. 1832 erfolgte die Gründung der gesetzgebenden Versammlung. Wenige Jahre später wurde die Sklaverei abgeschafft. 1898 setzte der Gouverneur von Jamaika, dem die 1863 formell angegliederten Cayman Islands unterstellt waren, Kommissionäre ein, unter deren Leitung wichtige öffentliche Einrichtungen entstanden. Nach den beiden Weltkriegen entwickelte sich allmählich der Tourismus. Im Zuge der Verwirklichung der inneren Autonomie wurde 1959 eine Verfassung niedergeschrieben. 1952 erfolgte die völlige politische und verwaltungsmäßige Abkoppelung von Jamaika. 1972 erhielt die neugeschaffene Kronkolonie ihre derzeitige Verfassung. Als Vertreter der britischen Königin führt seitdem ein Gouverneur in Zusammenarbeit mit einem siebenköpfigen Exekutivrat (Executive Council) die Regierungsgeschäfte. Er ist außerdem Präsident der fünfzehnköpfigen Gesetzgebenden Versammlung (Legislative Assembly). Im September 1988 fegte der Hurrikan “Gilbert” mit Windgeschwindigkeiten bis zu 185 km/h über die Inseln hinweg und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Tausende von Touristen und Einheimischen mußten evakuiert werden. Gegenwärtig leben etwa 19 000 Menschen (26 % Schwarze, 54 Mulatten, 19 % Weiße, 1 °A Sonstige) auf den drei Inseln, über 17 000 allein auf Grand Cayman und davon fast die Hälfte in der Hauptstadt George Town. Sie gehören zahlreichen religiösen Gruppierungen an, wobei die presbyterianische United Church of Jamaica and Grand Cayman, die Anglikanische Kirche, die Baptisten, die Pilgrim Holiness, die Church of God, die Römisch-Katholische Kirche, die Sieben-Tage-Adventisten sowie die Methodisten die meisten Mitglieder haben. Infolge unzureichender wirtschaftlicher Voraussetzungen kam es in der Vergangenheit mehrfach zu starken Bevölkerungsverlusten durch Auswanderung. Seit dem 19. Jh., besonders aber seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, ist jedoch wieder ein Bevölkerungswachstum zu verzeichnen.

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