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Mallorca ist ca. 3600 qkm; groß und wird von ca. 864.000 Menschen (2008) ständig bewohnt. Hinzu kommen rund 4-6 Millionen Touristen pro Jahr, die Mehrzahl während der Saison in den Badeorten längs der rund 400 km langen Küstenlinie der Insel. Dort gliedern drei große Buchten das Bild Mallorcas; die von Palma im Süden und die beiden von Pollensa und Alcudia im Norden. Die Insel selbst — sie hat grob gesehen die Form eines schiefwinkligen Parallelogramms — kann man übersichtlich einteilen in den westlichen, gebirgigen Teil <La Muntanya< und in die weiten, welligen Ebenen <Es Pla< im Osten und Südosten, wobei einschränkend zu vermerken ist, daß auch der Ostteil der Insel von niedrigen Bergzügen durchsetzt ist, so besonders von der Sierra de Levante zwischen der Halbinsel Artä und hin zur Gegend um Felanitx. Ein Charakteristikum Mallorcas sind die vielen aus den fruchtbaren Ebenen zwischen den beiden Gebirgszügen aufsteigenden kleineren Erhebungen, auf denen heute meistens kleine Eremitagen auf Grundmauern irgendwelcher vorchristlicher Bauwerke stehen — exzellente Besuchs- und Aussichtsplätze der Insel weitab von den lauten Küstenabschnitten der Badeurlauber, etwa der Puig de Randa (549 m) mit drei beschaulichen Eremitenheiligtümern; Ermita de Bonany (317 m) bei Petra, wo das uralte Bild der >Mare de liMu< aufbewahrt ist; Ermita de Santa Magdalena (300 m) bei Inca, Eremitage und Herberge der Heiligen Antonius und Paulus; Santuario de Santa Lucia (260 m) bei Mancor del Valle; Ermita de la Consolaciön (151 m) bei San Juan, das Heiligtum der >Madonna im Dornenbusch<; Oratorio de la Consolaciön (120 m) bei Santuanyi oder Santurio de Montesion (254 m) südlich von Porreras, um dem Kunst- und Naturfreund nur die

bedeutendsten zu nennen. Der westliche Gebirgswall, vorwiegend aus Jura-Kalken, beginnt mit der Insel Dragonera und verläuft, 5 bis 12 km breit und gut 100 km lang, südwest-nordost zur HalbinselFormentor. Aus ihm streben Mallorcas höchste Erhebungen auf (von Süd nach Nord): Puig Galatzo (1025 m), Teix (1062 m), L 'Ofre (1091 m), Mayor (1445 m, höchste der Insel), Massanella (1348 m), Roig (1003 m) und Tomir (1103 m). Dieser Barrier vor den kalten Nordwinden verdankt die Insel ihr überaus mildes Klima und rechtfertigt damit ihren Beinamen >Isla de la Calma<, Insel der Stille, im Gegensatz etwa zu Menorca, das mit flachem Inselprofil schutzlos allen Winden ausgesetzt ist, die über die oft ausgetrockneten kurzflorigen Viehweiden wehen. Bemerkenswert ist die Feststellung Ludwig Salvators, daß generell die Nordseite der Mittelmeerinseln die klimatisch mildere ist, weil »die vom Norden kommenden Winde durch die Reise über eine längere Mittelmeerstrecke gemildert werden, bevor sie die Nordküste der Inseln erreichen«. Sie hatten »durch diese Seereise ihre Schärfe, ihre Rauhheit verloren. Während sie dagegen, wie sie über die Gebirgskette steigen, auf den Abhängen und in den Tälern derselben an Kraft gewinnen, erreichen sie die Südküste, wo sie, durch die kalte Atmosphäre, die sie zu durchziehen hatten, rauher geworden, eine bedeutende

Verminderung der dort ohne dieselben herrschenden Temperaturen verursachen.« Auf Mallorca ist tatsächlich auffallend, und das bekräftigt Salvators Überlegungen, daß »der durch das Meer gemilderte Nordwest dem Orangental von Söller nicht schadet, während er an der Südküste in kalten Wintern bei Campos und Santanyi sogar den Feigen- und Johannisbrotbäumen hart zusetzt«. (Ähnliches gilt auch für Zypern, Korsika und Sardinien.) Diesem Windschirm ist Mallorcas Waldreichtum ebenso zuzuschreiben wie die ertragreiche Bodenbewirtschaftung auf den großen Ebenen des Südens und Ostens. Da diese zudem relativ tief liegen, bereitet auch die Bewässerung kaum Probleme. Wie intensiv dort dank überlieferter Wasserversorgung mit Hilfe Tausender von Windmühlen (Farbt. 14, Abb. 162) — oder moderner mit Kreiselpumpen — und im Zusammenwirken mit dem mild-warmen Klima Kartoffeln, Obst, Gemüse, Reis und Getreide angebaut werden, mögen die mehrfachen Ernten im Jahr, vor allem in der Gegend Muro/ La Puebla, oder die Zitronen- und Orangenhaine in der Huerta de Saler beweisen. Die andere, seltenere Mühlenart ist die Getreidemühle, drei Stockwerke hoch und oben mit einem Spitzhut abgedeckt. Über eine steile Wendeltreppe gelangt man aus einem Getreidelager im ersten Stock zum Mühlstein-Mahlwerk im zweiten und zu den Schütten im dritten Stock. Das geniale System der kreisrunden Mühlsteine mit Rillen erfanden die Römer, um zu erreichen, daß in den Rillen zirkulierende Luft das Mahlgut und die Steine kühlt und um zu verhindern, daß Mehl oder Spreu verlorengeht. Weil die Mühlsteinrillen exakt ineinanderfassen und wirklich >fein< zerkleinern, wurde früher mit ihrer Hilfe auch Tabak zermahlen, Schießpulver hergestellt und Tonstaub für Töpfereien bereitet.

Es gibt sechs Landschaftszonen auf Mallorca - Serra de Tramuntana, Raiguer, Plà de Mallorca, Llevant, Migjorn und Palma (Ciutat de Mallorca). Mallorca besitzt subtropisch gemäßigtes Klima mit knapp 8 Sonnenstunden täglich (durchschnittlich) Im Norden durchschnittlich 1400 mm und im Süden 400 mm Niederschlagsmenge. Die kurzen Winter mit ihrem milden und feuchten Klima sind bedingt durch die Lage der Insel. In Ausnahmefällen kommt es auch mal zu Schneefall, meist in den Gebirgen. Im Sommer können die Temperaturen durchaus auch mal auf über 40 ° C im Inselinneren ansteigen und es regnet seltener.

                  

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