Inselrepublik Sri Lanka
Die Inselrepublik Sri Lanka (”Strahlend leuchtendes Land”), liegt vor der östlichen Südspitze Indiens. Das frühere Ceylon ist nur durch die Palk Strait, mit ihren zahlreichen Inseln, vom indischen Subkontinent getrennt. Zum Staat gehören 22 kleinere Inseln, kürze.. ste Verbindung zu Indien ist die Adams Bridge, ein Inselbogen am Südende der Palk Strait. Die Insel Kechchativu wurde 1974 von Indien an Sri Lanka, nach einer Grenzkorrektur, zurückgegeben. Die Insel hat die Form eines Tropfens, wobei das Zentrum des unteren Teils gebirgig ist, der höchste Berg (Piturutalagala, 2524 m), liegt genau im Zentrum des Südens. Im Hochland gibt es zahlreiche Teeplantagen. Dichtbesiedelt sind die Südwestküste mit Colombo, der Hauptstadt, das Zentrum der Insel, der Nordosten und der Norden. Der Süden und Südosten sind dünn besiedelt. Nahezu die gesamte Küste sind Sand- und Palmenstrände. 1505 besiedelten Portugiesen Teile der Insel, im 17. Jh. gefolgt von den Holländern, 1796 besetzten die Briten Ceylon, das sie 1972 endgültig in die Unabhängigkeit entließen (Namensänderung von Ceylon in Sri Lanka). Das Klima ist tropisch feuchtwarm, in den Küstengebieten herrscht eine Ganzjahrestemperatur von 28-32 °, im Hochland 20-25 ° C. Die Insel teilt sich in zwei “Jahreszeiten”. Von April-Sep ist die Trockenzeit (wenig Regen) im Nordosten, Okt-April ist die beste Badesaison für die Südwestküste. Wichtigste Exportgüter sind Kautschuk, Tee und Palmenprodukte. Sri Lanka ist nach Indien und China der größte Tee- Exporteur der Welt. Durch die dichte Besiedelung sind nur noch ein Viertel der Insel von der ursprünglichen Vegetation bedeckt (Regenwälder, Savannen, Wüstengebiete im Nordzipfel). Zahlreiche Naturparks schützen die artenreiche Flora (Orchideen) und Fauna (wilde Elefanten im Südosten, Leoparden im Wilpattu, Bären, Rotwild, Affen, Krokodile, Seekühe). Sri Lanka gilt allgemein als preisgünstiges Urlaubsland. Palmenstrände (vor allem im Touristenzentrum der gesamten Südwestküste), kilometerlange, einsame Sandstrände mit vorgelagerten Korallenriffen sowie historische Tempelanlagen locken den Besucher. An der Ostküste sind Pasekudah und Kalkudah in der Nähe von Trincomalee bereits seit Jahren populäre Feriengebiete. Wegen anhaltender kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen der tamilischen Minderheit im Norden und den Singhalesen (3/4 der Bevölkerung) ist allerdings ein Urlaub problematisch, Teile des Nordens sind Sperrgebiete. Colombo, ein Konglomerat aus historischen Bauten, Hotels, Basaren, Verkehrschaos, Slums und hektisch- asiatischer Betriebsamkeit, geben das Bild einer für das Land zu groß gewordenen Hauptstadt in groben Zügen wieder. Sri Lankas Ruinenstädte sind legendär. Alle liegen im Zentrum der Insel nördlich des Berglandes. Anuradhapura, über 600 Jahre lang Hauptstadt der Insel (gegr. 4. Jh. v. Chr.), zeigt heute seine wieder vom Dschungel befreiten Dagobas, Stupas, Reliefs, Stelenfelder. 7 km im Osten liegt Mihintale, mit seinen Einsiedlerhöhlen und der 1840-Stufen-Treppe zum Missaka-Hügel (Panoramablick). Dagobas, auch Stupas (vorw. in Indien), sind kuppelförmige Gebäude (Reliquienschreine) mit einer Spitze. Es gibt keinen Innenraum, das Innere ist aufgeschüttete Erde. Pollonaruwa, im Mittelalter Hauptstadt, ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten. Herausragend sind der stehende (7 m) und der liegende Buddha (15 m), aus einer Felswand herausgehauen. Weitere Sehenswürdigkeiten sind Hindutempel, Stupas, Dagobas, die Zitadelle, Pavillons und zahlreiche weitere Gebäude und Statuen. Dambulla, ein Felsmassiv im Dschungel, hat in seinen 5 heiligen Höhlen Fresken, Figuren, Steingravierungen und über 150 lebensgroße Götterstatuen in teilweise leuchtend bunten Farben. Der liegende Buddha ist 14 m lang! Von hier aus sieht man die einsame Felsenburg von Sigiriya in der Ferne.
Sigiriya, 20 km von Dambulla entfernt, liegt die “Himmelsfestung” turmgleich auf einem 200 m hohen Felsen. Wer die Stufen bei backofengleicher Hitze (schwarzer Felsen) bis zum Gipfel schafft, erlebt die weltberühmten Fresken der nacktbusigen Mädchen und auf dem Gipfel (12.000 qm) die großzügig angelegte Festung.Yapahuwa, im Westen Dambullas, war im 14. Jh. Hauptstadt. Ebenfalls eine Felsenburg in der Landschaft, ist heute nur noch der reichverzierte Treppenaufgang erhalten. Jaffna, derzeit für Touristen verbotene “Hauptstadt” des tamilischen Nordens, hat neben seinem Nallur-Tempel Zeugnisse der portugiesisch-holländischen Vergangenheit (Fort, Kirchen). Kandy, schönste Stadt der Insel, im 14. Jh. Hauptstadt, liegt auf 500 m Meereshöhe im nördlichen Bergland. Größte Sehenswürdigkeit der kolonial charmanten Stadt, die um den zentralen Kandy Lake liegt, ist der “Zahn-Tempel” (ein Zahn Buddhas wird als Reliquie ver- ehrt). Weitere Tempel und Klöster liegen in und um Kandy. Im viktorianischen “Queens Hotel” im Zentrum nimmt der müde Tourist gerne stilvoll die etwas teurere Tasse Tee zu sich, der botanische Garten zeigt u.a. die “Coco-de-mer” der Seychellen. Mit Bus oder Taxi empfiehlt sich ein Ausflug in den Höhenkurort Nuwara Eliya in 1900 m Höhe (Golf, Grand Hotel, Gregory Lake), vorbei an endlosen Teeplantagen in denen “blecherne” Teefabriken stehen. In der Nähe der Stadt liegt das berühmte “World’s End”, vom Hoch- plateau 1000 m abfallende Steilwände! Am Ohiya-Paß liegt Sri Lankas höchster Wasserfall (Bambarakanda Falls). Der Adam’s Peak, mit 2243 m dritthöchster Berg des Landes, ist allen Religionen der Insel heilig. Eine Besteigung (Stufen), die wegen der zu erwartenden Hitze um Mitternacht beginnen sollte, wird mit einem überwältigenden Ausblick belohnt. Galle, älteste europäisch befestigte Stadt des Landes, liegt im äußersten Südwesten. Sehenswert sind das holländische Fort am Hafen, zahlreiche buddhistische
und hinduistische Tempel, Moscheen sowie koloniale Kirchen. Die Stadt ist ein Zentrum für Edel- und Halbedelsteinhandel. Hikkaduwa, einst Hippie-Hochburg, hat zahlreiche Hotels, Guesthouses, immer noch gemütliche Kneipen und die besten Surf-Wellen der Insel. Straßenverbindungen für Auto, Bus, Minibus sind gut, zentrale Anlaufstation ist allerdings praktisch immer Colombo. Bahnfahrten in den meist überfüllten Zügen dauern doppelt so lange wie eine Busfahrt. Für Inlandflüge empfehlen sich kleine Chartermaschinen, internationale Flüge vor allem nach Indien (auch Fähren) Malediven, Europa.

Leave a Reply
You must be logged in to post a comment.