Marianen
Der Tourismus ist der bedeutendste Wirtschaftszweig in den Nördlichen Marianen. In den letzten Jahren hat er einen weiteren deutlichen Aufschwung erlebt: 1990 wurde die Inselgruppe von 400 000 Urlaubern besucht, das sind 38% mehr als im Vorjahr. Aufgrund der geographi- schen Lage ist der japanische Markt besonders vielversprechend: Schon jetzt kommen mehr als 75% der Touristen aus diesem nördlichen Nachbarland. Die Kette aus 17 Inseln erstreckt sich 543 km in Nord-Süd-Richtung, doch nur sechs Inseln sind durchgehend besiedelt. 87% der Bevölkerung des 20 000 Einwohner zählenden Staates leben auf der Hauptinsel Saipan. Saipan ist eine Touristenmetropole, die mit Guam wetteifern kann; das etwas ruhigere Rota wird ebenfalls mehr und mehr erschlosssen, nur auf Tinian und den übrigen Inseln kann man noch eher geruhsames Inselleben erfahren. Es gelang den Archäologen, für die Marianen eine Besiedlungsdauer von mindestens 3500 Jahren nachzuweisen. Die älteste bekannte Kultur, Vor-Latte-Kultur genannt, hinterließ rote Tonwaren, während die darauf folgende Latte-Kultur dafür bekannt ist, daß die Häuser wichtiger Personen auf breiten, doppelreihig aufgestellten Steinsäulen ruhten. Die Ureinwohner der Nördlichen Marianen waren die von den Spaniern so genannten Chamorros. Zu ihnen gesellten sich im Laufe der Geschichte Einwanderer von den Karolinen, die Nachfahren der aus China und den Philippinen eingeführten Arbeitskräfte und die der vier Kolonialmächte Spanien, Deutschland, Japan und USA. 78% der andesbevölkerung entschieden sich 1975 für einen engen Anschluß an die USA, die Verfassung trat 1978 in Kraft. Sie sieht für die Nördlichen Marianen den Status eines >Commonwealth of the United States< vor, was fast einem Bundesstaat der Vereinigten Staaten gleichkommt. Die amerikanische Lebensweise ist mehr denn je Modell für die Gesellschaft des Landes, und die mikronesische Kultur ist beinahe völlig verschwunden.

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