Republika Ng Pilipinas
Der Geburtstag der Freiheit hätte kaum ungünstiger fallen können. Guerilla und Kollaborateure beeinflußten das politische Leben, und die sozialen Mißstände waren vor allem auf dem Land fast unerträglich geworden. Roxas erteilte allen Kollaborateuren Amnestie, verließ sich andererseits aber weiter auf amerikanische Wirtschaftshilfe. Kein Wunder, daß bei diesem politischen Doppelspiel das Volk abermals den Kürzeren ziehen mußte. Denn die Kollaborateure stammten mehrheitlich aus der philippinischen Elite, während die USA ihre Hilfe nur unter Bedingungen anboten, die ihnen eine Vorrangstellung im Land sicherten. So ermöglichte ihnen eine aufgezwungene Änderung der philippinischen Verfassung gleiche Rechte bei der Ausbeutung von Bodenschätzen. Das Freihandelsabkommen wurde verlängert, schloß nun aber philippinische Agrarprodukte aus. Die USA erhandelten sich eine 99jährige Pacht für ihre Militärbasen, die während des Vietnam-Krieges große Bedeutung erlangten. 1948 starb Roxas. Offensichtlich gefälschte Wahlergebnisse brachten Elpidio Quirino an die Macht. Sofort regten sich die Reste einer Guerilla-Truppe, die sich während der japanischen Besetzung in Luzon gebildet hatte. Die Hukbalahap (?Volkskämpfer gegen Japan”), kurz HUK, waren die einzigen Widerstandskämpfer, die außer für Freiheit auch für Sozialreformen gekämpft hatten. Nach Versuchen, sich in einer kommunistisch- sozialistischen Koalition auf parlamentarischem Weg durchzusetzen, kehrten sie, von Quirinos Wahl bestärkt, zum bewaffneten Kampf zurück. Schon 1950 hatten sie so starken Zulauf aus der Bevölkerung, daß ein Aufstand drohte. Erst vier Jahre später gelang es dem 1953 gewählten Präsidenten Ramon Magsaysay mit amerikanischer Hilfe und brutalem Militäreinsatz, die Rebellen niederzuwerfen. Magsaysay, dessen anschließendes Reformbestreben am Widerstand der Großgrundbesitzer scheiterte, kam 1957 unter bis heute mysteriösen Umständen bei einem Flugzeugabsturz um. Sein Nachfolger Carlos Garcia war erstmals bemüht, das Land politisch und ökonomisch auf Distanz zu den USA zu halten. Die Amerikaner und politische Gegner aber beschuldigten ihn des Kommunismus und der Korruption. Mit US-Hilfe kam dann 1961 der proamerikanische Diosdato Macapagal an die Macht. Eine Ära wirtschaftlicher Stabilität brach an. Investitionen flossen ins Land und große Güter wurden in industrielle Agrarbetriebe umgewandelt. Auf der Insel Mindanao sicherten sich die Amerikaner das Monopol an den Frucht- und Gummiplantagen, stiegen dort auch in die Holzwirtschaft ein, und der philippinische Regenwald, schon von den Spaniern arg gerupft, wurde weiter abgeholzt. Soziale Unruhen hielten sich angesichts des Aufschwungs vorübergehend im Rahmen.

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