Dezember 25th, 2008 von admin

In Delhi muß man - mehr als in allen anderen indischen Städten - bei Besichtigungen wählerisch und systematisch sein, eine Folge der verschiedenartigen und weit auseinander liegenden Attraktionen. Ein guter Stadtplan hilft, den Weg, den der Fahrer nimmt, zu verfolgen, damit man nicht spazierengefahren wird. Auf dem Flughafen in Delhi angekommen, sollte man sich an den Schalter mit der Aufschrift «Pre-Paid Taxi» begeben, wo man seine Fahrt je nach Bestimmungsort im voraus bezahlt. Der Preis zum Connaught Place liegt um die 80 Rs. Es wird eine Weile dauern, bis Sie sich an das heillose Durcheinander im Verkehr gewöhnt haben. Die Kombination aus relativ gut asphaltierten Straßen und unberechenbaren, hornjaulenden Fahrkünsten erweist sich oft als verheerend. Nach der Statistik sind die Straßen Delhis, nach denen Nairobis, die zweitgefährlichsten der Welt, und allen Anzeichen nach wird das auch so bleiben. Ein bißchen hinduistischer Fatalismus ist nötig. Man gewöhnt sich schnell an den Anblick überfüllter Sardinenbüchsen-Busse oder von Motorrollern, die im Schneckentempo mit einer fröhlich über sie verteilten Familie dahinrollen. Nach einigen Beobachtungstagen auf Delhis Straßen werden Sie unerwartete Entdeckungen auf dem Gebiet «Der Durchschnittsinder und die Gesetze der Physik» machen und Anregungen für ganz neue Verwendungsmöglichkeiten von Fahrzeugen erhalten. Sie sollten dann schon versteckte selbstmörderische Absichten in Fahrern von Autorikchas und Taxis erkennen können. Zum Beispiel ind glasige, blutunterlaufene Augen ein sicheres Zeichen für kürzlich genossenen Bhang, eines uf Marihuana basierenden Tranks, dem viele Fahrer verfallen sind. Es ist auchnicht immerklug, dem Vorschlag eines Fahrers zu folgen, Geld auf dem Schwarzen-markt zu wechseln, denn viele von ihnen sind Polizeiinformanten. Verbuchen Sie das alles einfach als echte «Feldforschung». Wenn Sie einmal einen Delhi-Bus ausprobieren wollen: Für 1 Rs kann man sich über den Fahrpreis nicht beklagen. Allerdings sind die Gefährte völlig überfüllt und oft geradezu unerfreulich, besonders für Frauen. Es macht viel mehr Spaß, dem Macho-Sport junger Inder zuzusehen, den sie als eine Art Einsteigeritus betreiben. Über einen erstaunlichen Zeitraum bummeln sie gedankenverloren herum, bis der Bus anfährt und beschleunigt. Nach einem höchst sportlichen (und amüsanten) Sprint werfen sie sich mit letzter Anstrengung zur Tür hinauf und bleiben unter dem Beifall der Zuschauer oft verzweifelt strampelnd außen hängen. Für kurze Strecken sind Autorikschas am billigsten und praktischsten. Da sie langsam sind und die Innereien durchschütteln, eignen sie sich für größer Entfernungen wie zum Flug- hafen oder zum Qutb Minar weniger. Bei allen motorisierten Fahrten handeln Sie stets zuerst den Preis aus (das mindert die Neigung des Fahrers, sein Benzin zu vergeuden und Sie in Kreisen herumzufahren), oder stellen Sie sicher, daß der Zähler benutzt wird. Das Taxameter beginnt gegenwärtig bei 3.50 Rs und berechnet 2 Rs pro Kilometer. Beim Autorikscha sind es 2.30 Rs und 1.20 Rs. Die Fahrer warten sehr gern, wenn man sie nach einer Stunde Besichtigung oder nach Einkäufen weiterbeschäftigen will - die Wartegebühr aber muß man vorher aushandeln, für Taxis gewöhnlich etwa 15 Rs pro Stunde. Nach 23 Uhr dürfen die Fahrer zusätzlich eine Nachtgebühr von 25 Prozent verlangen, ihre Geschichten von «zehn Prozent Extragebühr» sind jedoch zu jeder Zeit Unsinn. Wenn der Fahrer besonders behilflich war, freut er sich sicher über ein Trinkgeld. In Alt-Delhi kann man sich in der Fahrradrikscha oder in der Pferde-Tonga durch die Basare kutschieren lassen-eine geruhsame Besichtigungsmöglichkeit an der frischen Luft. Delhi ist eines der betriebsamsten Einfallstore für ausländische Besucher, Residenten und Delhi und der Norden Geschäftsleute. Es verfügt über eine ganze Reihe feinster internationaler Fünf-Sterne-Hotels, von denen viele hastig hochgezogen wurden,um die Teilnehmer an den Asiatischen Spielen von 1982 und der ein Jahr später stattfindenden Konferenz der Blockfreien Staaten unterbringen zu können. Nur wenige Reisende bleiben länger als ein paar Tage in Delhi, bevor sie zu ihren anderen Zielen aufbrechen. Einer der Gründe liegt darin, daß die Hotelpreise, für indische Verhältnisse, teuer sind. Sie beginnen bei etwa 1250 Rs (etwa 170 DM) pro Nacht in den meisten Touristen- und Geschäftsleute- Hotels der gehobenen Klasse. Die Einrichtungen in den Luxushotels sind umfassend: Eine Auswahl ausgezeichneter Restaurants, 24- Stunden-Coffeeshops, Erholungseinrichtungen, Swimmingpools (ein wirkliches Plus im Sommer), Schreibzimmer, Reisebüros, Einkaufsarkaden, Bäckereien, Bars, Astrologen und Diskotheken sind eine Selbstverständlichkeit. Die meisten Luxushotels liegen kilometerweit vom Stadtzentrum entfernt (nahe den Botschaften in Chanakyapuri), was im ausgedehnten Delhi spontane Besichtigungsentscheidungen ausschließt. Zimmer in Fünf-Sterne-Hotels sollte man auf jeden Fall vorher reservieren, besonders in der Hochsaison zwischen Oktober und März. In der Kategorie über 170 DM kann man unter folgenden Nobelherbergen wählen. Verschiedene untadelig gepflegte Hotels im Kolonialstil bieten dem Ankömmling, der in Delhi sein Indienabenteuer beginnt, weniger teure Eleganz mit viel Atmosphäre und Effizienz: Das recht zentral gelegene Claridges, C 301-0211, Aurangzeb Road 12, preisgünstig; das reizende Oberoi Maidens, C 252-5464, Sham Nath Marg 7, im Jahr 1900 in echt gregorianischem Stil direkt nördlich von Alt-Delhi erbaut, im früheren britischen Quartier von Civil Lines, wo Lutyens sich aufhielt, als er seine neue Stadt plante; geräumige, komfortable Zimmer; preisgünstig; und das Hotel Imperial, eine friedvolle Gartenoase, in der Mitte der Janpath, mit kürzlich renovierter, schrulliger Ausstattung aus den dreißiger Jahren, guter Einkaufsarkade, Swimmingpool, Bar, und schöner Terrasse mit Garten für Essen und Nachmittagstees im Freien; preisgünstig bis teuer. Das Imperial Hotel wie das Ashok, das Claridges, das Maurya und das Kanishka erlauben Besuchern die Poolbenutzung für 30 bis 50 Rs.
Angenehme preiswerte Hotels in relativ günstiger Lage sind: Hotel Ambassador, C 690391, Sujan Singh Park, mit klimagekühlten Zimmern und Neu-Delhis bestem südindischem Restaurant im Erdgeschoß; Lodhi Hotel, (619422, ebenfalls in Süd-Delhi an der Lala Rajput Rai Marg, komfortable Zimmer, ausgezeichnetes Restaurant; Nirula’s, C 352419, Block L, Connaught Place, liegt so zentral wie nur möglich, direkt bei einem der beliebtesten Restaurant-Komplexe Neu-Delhis. Gegen den Uhrzeigersinn kommt im Block G das Hotel Marina, C 344658, mit ruhigen, sauberen Räumen. Eine billigere Alternative im Zentrum ist das von der ITDC geführte Ashok Yatri Niwas, (344511, Ashok Road 19, ein riesiger Bau mit 556 einfachen, aber ausreichenden Zimmern und einem guten südindischen Restaurant. Das bekannteste der vier «Y« in Delhi ist das YMCA Tourist Hostel, C 311915, beim Regal Cinema an der Jai Singh Road, bequeme Einzelzimmer mit warmem und kaltem Wasser, ein gutes Restaurant, Gärten; günstig bis sehr günstig (Frühstück inklusive). Wenn es voll ist, sollte man sich an das ebenso günstige YWCA International Guest House wenden, C 311561, Parliament Street (auch bekannt als Sansad Marg), einfache saubere Zimmer; oder an das Blue Triangle Family Hostel, (310133, Ashoka Road bei der Parliament Street; Zimmer mit Bad und Frühstück; billig. Alle «Y» begnügen sich mit vorübergehender Mitgliedschaft (5 Rs) und beherbergen beide Geschlechter. Verstreut um Janpath gibt es viele billige bis sehr billige Unterkünfte. Wenige allerdings sind wirklich sauber, freundlich oder gut ? die meisten sind sogar ausgesprochen trostlos und in die Erzählungen Tausender von Reisenden über verheerende Begegnungen mit dem Subkontinent eingegangen. Eine Herberge kann jedoch empfohlen werden: Roshan Villa Guest House, C 331-1770, Barbar Lane 7, in Janpath, einfache, geflegte Räume, solche mit Bad für 20 Rs mehr, außerdem ein Schlafsaal für 30 Rs. Ansonsten bleibt noch das Viertel von Paharganj beim Bahnhof von Neu-Delhi, wo ein Labyrinth sehr billiger (und oft scheußlicher) Unterkünfte rund um die Main Bazaar Road wartet. Vielleicht nicht der richtige Ort für Leute mit einer Abneigung gegen Krabbeltiere, wer aber auf einem billigen Zimmer für weniger als 100 Rs besteht, wird es hier finden. Am besten ist, sich vor einer Entscheidung zuerst eine Anzahl solcher Unterkünfte anzusehen. Eine von ihnen wird jedoch von Rucksacktouristen ständig gepriesen: Vivek 78 Hotel, ( 523015, Main Bazaar 1541-50, wo die Zimmer über ein «Bad» verfügen (scherzhafte Übertreibung für «Wasserhahn mit Abflußloch»), und die dienstbaren Geister freundlich und hilfsbereit sind.

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.