Sehenswürdigkeiten Bangalores
Die wenigen Sehenswürdigkeiten Bangalores konzentrieren sich um große, weitläufige Gärten. Im Stadtzentrum lohnt sich ein Bummel über die Vidhana Vidhi (Bangalores Champs-Elysees), um die Reihe außergewöhnlicher, greco-kolonialer öffentlicher Gebäude aus der Rajzeit entlang dem Cubbon Park zu sehen. Hier steht das eindrucksvollste Postamt von ganz Indien, der sienafarbene High Court (durch die vor Sonne schützenden Stroh-Tatties mit einem etwas mittelalterlichen Aussehen) und die öffentliche Bibliothek. Das prächtigste Gebäude erhebt sich an der Nordseite des Parks -das palastartige Vidhana Soudha, in dem das Sekretariat und die Legislative untergebracht sind. 1954 gebaut, ist dieses vierstöckige Gebäude im neodravidischen Stil einen zweiten Blick wert. Die Erlaubnis zu einem Besuch nach 17.30 Uhr erteilt der Under Secretary (Proto- col), Dept. Social and Administrative Reforms, Vidhana Soudha (C 79401). Das Government Museum (1886) liegt an der Kasturba Road. In seinen 18 Flügeln wird eine weitläufige Sammlung von Skulpturen, Münzen, Kunstprodukten, Inschriften und Gemälden gezeigt, die aus den Ausgrabungen von Chandraval (jüngere Steinzeit) und Mohenjodaro (Harappan) in der Provinz Sind stammen. Interessant ist die Porträtgalerie mit seltenen Miniaturen und Bildern von juwelenbehängten und genußsüchtigen Herrschern aus Tanjore und Mysore. Die Venkatappa Art Gallery ist ein moderner Anbau, der viele Gemälde von Venkatappa beherbergt, einem Maler am Hof der Maharajas von Mysore zu Beginn dieses Jahrhunderts. Auch Arbeiten der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Indiens sind ausgestellt. Außer mittwochs jeden Tag von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Das nahegelegene Technological Museum muß man ebensowenig besuchen wie das Aquarium. In dieser Zeit kann man fast direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite im Touristenbüro Informationen über Rundfahrten einholen. Am Eingang zum Cubbon Park stößt man auf eine der wenigen imposanten Statuen Königin Victorias, die in Indien stehenbleiben durften. Der Park mit seinem weiten, wogenden Grün, seinen originalen gußeisernen Bänken wurde 1864 angelegt und ist besonders zu Sonnenuntergang schön. Etwa 4 km südlich des geschäftigen Marktviertels der Stadt erhebt sich Bangalores historisches Fort Kempegowda, die Rekonstruktion einer ursprünglichen Lehmfestung durch Hyder Ali im 18. Jahrhundert. Innerhalb seiner Mauern steht Tipu Sultans Holzpalast. An den Wänden, in Nischen und an gezwirbelten Säulen ist gerade noch genügend kunstvoller Anstrich vorhanden, um eine Idee von seiner früheren Pracht zu vermittlen. Das winzige Museum sollte man sich ansehen, es ist eine Geschichte in Westentaschenformat über den legendären Moslemherrscher Tipu Sultan (Britisch-Indiens Erzfeind), seine Familie und jene Zeit, mit antiken Radierungen, Dokumenten und Familienporträts. Täglich von 6 bis 18 Uhr geöffnet und besonders dann sehenswert, wenn man plant, Tipu Sultans Festungsmetropole Srirangapatna (125 km entfernt) zu besichtigen. Der feine Marmortempel, fast direkt neben Tipus Palast, zieht jedermanns Blick auf sich - es ist der Venkataramanaswamy-Tempel, den die Wodeyars im 17. Jahrhundert erbauten. Bangalores wunderschöne Lalbagh Botanical Gardens erreicht man südöstlich des Stadtzentrums nachzwei Kilometern (Taxi). Die über 100 Hektar legte Hyder Ali 1760 an, die vielen exotischen Pflanzen dafür lieferten die Botschafter von Persien, Kabul, Mauritius und Frankreich. Mit viel Engagement fügten die Briten im 19. Jahrhundert Pavillons, von eleganten Lampen gesäumte Kiespfade, Fontänen, Blumenbeete und schöne, gußeiserne Gewächshäuser im Stil von Crystal Palace hinzu. Jeden Nachmittag schickt eine Kapelle alter Pensionäre in Uniform mit Schulterstücken ihre trällernden, durchdringenden Noten aus einer vergangenen Zeit über den Park. Herrliche Blumenausstellungen finden zweimal jährlich statt - am 15. August zum Unabhängigkeitstag und am 26. Januar zum Tag der Republik. Von den Gärten kann man einen Abstecher zum nahen Bugle Hill machen, um sich dort den Stiertempel anzusehen, mit einem 6,2 m hohen, aus einem einzigen Stein geschaffenen Nandistier, von dem die Einheimischen behaupten, er wachse jedes Jahr. Gleich in der Nähe liegt auch der GaneshaTempel mit einem Abbild dieses elefantenköpfigen Gottes aus 110 kg fester Butter! Erstaunlicherweise scheint sie nicht zu schmelzen. Nach vier Jahren wird die Statue rituell zerschnitten und an die Pilger verteilt. Dann wird aus den Spenden reicher Gönner eine neue geschaffen. Die kulturelle Unterhaltung erreicht in Bangalore zwischen März und April ihren Höhepunkt, wenn traditionelle Karnataka-Tänze und Karnataka-Musik zu sehen und zu hören sind. Die Aufführungen werden in der Tageszeitung Deccan Herold angekündigt. Ansonsten kann man in der Chowdiah Memorial Hall in der Sankey Road nachfragen oder im Bharatiya Bhavan an der Race Course Road, wo die Vorführungen gewöhnlich stattfinden. Das Karnataka Tourist Office, C 578901, Kasturba Road 10/4, Queen’s Circle, ist das effizienteste der Handvoll von Büros rund um die Stadt. Man sollte sich über die verschiedenen, gut geplanten und preiswerten Rundfahrten genauer informieren. Neben den nützlichen Stadtbesichtigungen wird eine ausgezeichnete, 16 ständige Exkursion nach Mysore, Srirangapatna und zu den Brindhaven Gardens angeboten, ebenso Touren mit Übernachtung in die Hoysala-Tempelstädte Belur und Halebid, zu den VijayanagarRuinen von Hampi, nach Ooctacamund und in die Tierreservate von Bandipur und Nagarhole. Das Büro von Indian Airlines, C 79431, findet man im Cauvery Bhavan in der District Office Road.
