Januar 29th, 2009 von Julia

Als fürstliche Hauptstadt beherrschte Mysore einst Karnataka. Eine Aura verblaßter Größe umhüllt noch immer diese geruhsame Stadt biskuitförmiger Paläste, gepflegter Gärten und grüner Alleen. Vom geschäftigen, industriellen Bangalore als Hauptstadt in den Schatten gestellt, blieb Mysore ein malerischer, rustikaler Ort mit einer Architektur der dreißiger Jahre. In Indiens «Sandelholzstadt» wird ein Großteil des Räucherwerks des Landes hergestellt, die Luft ist von Düften nach Jasmin, Sandelholz, Moschus und Rosen erfüllt. Mysore erhielt seinen Namen von Mahishasura, einem unbarmherzigen Dämonenkönig, der, nach hinduistischer Uberlieferung, die Menschen dieser Gegend tyrannisierte, bis ihn die Göttin Chamundi umbrachte. Seit alten Zeiten war die Stadt Sitz aufeinanderfolgender mächtiger Herrscherdynastien des Südens. Die ersten, die sichtbare Spuren hinterließen, waren die Hoysalas, die das Gebiet vom 12. bis zum 14. Jahrhundert regierten und für ihre Förderung von Kunst und Architektur berühmt wurden. Ihre prächtigen Tempel und Gebäude kann man in der Nähe, in Somnathpur, Belur und Halebid, bewundern. Danach machten die Wadiyar-Maharajas Mysore zu ihrer Hauptstadt, von der aus sie bis 1759 regierten. Dann schnappte ihnen ihr eigener befehlshabender General ihr Reich weg, der abtrünnige Hyder Ali. 1799 besiegten die Briten Tipu Sultan, den mächtigen Sohn Hyder Alis, annektierten die Hälfte seines Staates und setzten einen kindlichen Wadiyar-Erben auf den Thron von Mysore. Die Briten begannen dann ihr Reich weiter nach Süden auszubreiten, und die Wadiyar-Maharajas regierten bis zur Unabhängigkeit Indiens mehr oder weniger nur unter der schützenden Hand des Raj. Die Briten bezeichneten das blühende, halbdemokratische Mysore als einen «Modell-Fürstenstaat» und kamen gern zu den verschwenderischen fürstlichen Feiern. Die berühmteste war das jährliche Khedda, ein ritueller Auftrieb wilder Elefanten mit speziell konstruierten, mit Elektrizität und fließend Wasser ausgerüsteten Beobachtungshäuschen und mit abendlicher Unterhaltung in Form von Bankettenund vollständigen Orchestern ?und das alles inmitten dichtesten Dschungels. Heute rühmt sich Mysore des spektakulärsten Dassera-Festes (im Norden Dussehra genannt) von ganz Indien. Mit ihm feiert die Stadt im September/Oktober den Sieg der Göttin Chamundi über Mahishasura. Das zehntägige Volksfest voller Tanz- und Musikfestivitäten erreicht seinen Höhepunkt mit einer phantastischen Paradereichgeschmückter Elefanten, livrierter Kavallerie, fürstlicher Silber- und Goldkutschen, mit Kapellen, blumenübersäten Festwagen und einem Feuerwerk. Vayudoot fliegt von Bangalore und Hyderabad nach Mysore. Bangalore ist für Mysore der nächste Flughafen, von dem aus Verbindungen mit Indian Airlines von und nach überall in Indien möglich sind. Den ganzen Tag hindurch verkehren Busse zwischen den beiden Städten (eine dreistündige Fahrt). Die regelmäßige Zugverbindung dauert etwas länger. Es gibt zwei luxuriöse Palasthotels, beide preisgünstig, auf schrullige Weise großartig und in den dreißiger Jahren vom Maharaja von Mysore erbaut. Am günstigsten gelegen ist das Lalitha Mahal Palace Hotel, f 27650, T.Narasipur Road, ein riesiger früherer Gästepalast über der Stadt, wie Zuckerbäckerei in Marmorweiß, Zitronengelb, Pfefferminzgrün und Blaßblau getaucht. Seiner Kuppel diente die St. Paul’s Cathedral in London als Vorbild. Die Suiten sind vollgestopft mit wackeligen Stilmöbeln und öffnen sich zu Terrassen mit Geländern. Der Rajendra Vilas Palas, C 22050, ist eine reizende Villa in europäischem Stil hoch auf dem Chamundi Hill. Die Zimmer wie die früheren fürstlichen Bediensteten sind entzückend überaltert. Besonders nachts genießt man von den Gartenpavillons atemberaubende Blicke auf Mysore. Für die Strecke zum und vom Hotel ist man auf Transportmöglichteiten angewiesen. Die Zimmer sind billig. Im Stadtzentrum liegt das moderne und gut funktionierende Hotel Southern Star, (27217, Vinoba Road 13, billig. Zur derselben Kategorie gehört das etwas außerhalb der Stadt liegende Hotel Dasaprakash Paradise, C 26666, Yadavagiri Road 105, Mysores bestes Hotel im indischen Stil. Sein süd-indisches Vegetarierrestaurant ist großartig. Wegen seines gemütlichen Kolonialcharmes wird im Herzen der Stadt das Hotel Metropole, (20681, Jhansi Laxshimibai Road 5, empfohlen: Freundliches Personal in Khaki, Veranden, schattige Gärten, um in der Dämmerung ein kaltes Bier zu nippen, geräumige Zimmer aus der Rajzeit mit Moskitonetzen an den Betten und gefliesten, alten Badezimmern; billig. Im Restaurant serviert man ausgezeichnete indische, chinesische und westliche Speisen. Auf der anderen Straßenseite liegt das Hotel Mayura Hoysala von KSTDC, C 25349, das beste in der unteren Preisklasse. Der malerische alte Bau verfügt über sehr günstige Einzelzimmer und bequeme, klimatisierte. Ein Restaurant im Hof serviert gute Kost, und das Touristenbüro ist gleich nebenan. Billig ist auch das Hotel Dasaprakash, ( 26666, Gandhi Square, mit einem vegetarischen Restaurant und einer Eisdiele. Noch billigere Herbergen drängen sich im zentralen Viertel um den Gandhi Square. Die besten sind jedoch das Hotel Anugraha, C 30768, Thejus Complex, Sayaji Rao Road, das Hotel Durbar, C 20029, Doppelzimmer mit Balkon und Bad zu 50 Rs, beliebtes Dachcafe, und das Hotel Indra Bhavan, (23933, Dhanvantri Road.

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