Januar 30th, 2009 von Julia

Bangalore ist die einzige südindische Stadt mit einem florierenden Nachtleben. Die meisten Reisenden erleben es als eine willkommene Oase mit guten Restaurants, Bars, Pubs im englischen Stil und sogar Diskotheken. Es ist auch der einzige Ort in ganz Indien, an dem ordentliches Faßbier gebraut wird. Am besten kostet man es in The Pub in der Church Street. Wie ein echtes englisches Pub besitzt es Buntglasfenster, Barhocker, und das Glas kostet nur 7 Rs. Von 11.30 bis 22.30 Uhr geöffnet. Die nächste Tür führt in Mac’s Fast Food, ein zwangloses Lokal mit Hamburgern (aus Büffelfleisch), Pommes frites, Pizzen und Shakes. Andere lohnende Pubs sind Ramda Pub, bei der M.G.Road, Indiana, St. Patrick’s Complex, Residency Road, und Waikikee, Bridge Road 11. Von den führenden Hotels besitzt des Windsor Manor verschiedene, elegante Restaurants. Besonders gut sind die indischen, chinesischen, kontinentalen Gerichte und die Speisen vi in der Nordwestgrenze. Verwöhnte Einheimische versammeln sich im Royal Derby bei der Lobby, einem klassischen Londoner Taverne, lt zu 45 Rs ein ausgezeichnetes Mittagessen serviert, einschließlich eines Glases I ißbier. Bangalores letzter Schrei ist das Princes, Curzon Complex, Brigade Road: Elegante Regency-Ausstattung, Palmenkübel, Kellner im Maßgeschneiderten. Ein Essen mit den drei Gängen Waldorfsalat, Krabbencreme-Gratin und Chateaubriand kostet mit Kaffee 150 Rs. Gleich nebenan ist die Knock-Out Disco die einzige Diskothek der Stadt, in der übergewicht ige Damen in Saris unter blitzenden Lichterkaskoden mit ihren Männern tanzen. Besucher des Pri nces haben freien Eintritt, alle anderen müssen 40 Rs berappen. Geöffnet ist es nur von Dienstag bis Donnerstag. Andere beliebte Lokale mit guten, preiswerten Speisekarten ( Mogul, chinesisch, kontinental) sind das Blue Fox, M.G.Road 80, mit Kapelle und Tanzfläche, das Jewel Box und das Koshy’s Parade Cafe, beide mit altehrwürdigen Obern und ausgezeichnetem Essen, am malerischen Koshy’s Corner aus der Rajzeit gelegen (gegenüber der St. Mark’ s Cathedral an der Church Road). Ausgezeichnete Andhra-Speisen auf einer Bananenblattplatte findet man im Amaravathi, bei der M.G.Road, und im RR Plantation Leaf, gegen- über von The Pub in der Church Street. Das Woodlands Hotel, Sampangi Tank Road 5, spezialisiert sich auf köstliche südindische Vegetarierkost; zu den Essenzeiten gibt es zu 20 Rs ein .In Bangalores sauberen, einfachen Udipi-Cafe -vor allem im Gebiet von Gandhi Nagar- Chickpet nahe Bahnhof und Busstation zu finden - wird man mit wohl- schmeckenden südindischen Gerichten für weniger als 7 Rs satt. Zu den besten zählt, wenige Meter vom Badami House Tourist Office am N.R.Square entfernt, das Dai Vihar. Es gibt Thalis zu 5.50 Rs, frische Fruchtsäfte und großartige Lassis aus einer Maschine, die sehr einem Zahnarztbohrer der zwanziger Jahre ähnelt. An der M.G.Road 78 liegt ein kurioses Indian Coffee House für frühe Frühstücke und guten, starken Kaffee. Es besitzt eigenen Vergnügungswert-alte Kellner mit Nehrukäppis, abgetragenen, einer Sträflingskleidung ähnelnden Baumwolluniformen und Wänden, die mit verblichenen Gandhi-Postern bedeckt sind. Ein Besuch von Karnataka ist nur dann vollständig, wenn man auch etwas von der künstlerischen Größe der Hoysaladynastie mitbekommt, die in den herrlichen Tempelarchitekturen von Sonmathpur, Belur und Halebid ihren Ausdruck findet. Die Hoysalas regierten diese Gegend zwischen 950 und 1310 n. Chr. Dann wurden sie von den bilderstürmenden oslemherrschern Delhis vernichtet. Die künstlerische Feinheit dieser Tempel ist bemerkenswert, die feingemaserten schwarzen Steine sind so behutsam bearbeitet, daß das ganze die Zartheit geschnitzten Sandelholzes oder Elfenbeins erhält. Typisch für die Hoysalatempel sind ihre aufsteigenden Friese, die sternenförmige Plattform, von der sie sich erheben, und das Fehlen der in Südindien üblichen hochragenden Goporams. Hassan liegt 187 km westlich von Bangalore und 120 km nordwestlich von Mysore, ist mit Bus und Bahn leicht zu erreichen und somit ein günstiger Ausgangspunkt für Fahrten nach Belur und Halebid. Die komfortabelste Unterkunft bietet das Hassan Ashok Hotel, C 8330. Verschiedene billige Hotels sind ebenfalls vor- handen. Ein Umweg nach Sravanabelagola (93 km von Mysore) lohnt sich. Dort steht die 17 m hohe monolithische Statue des nackten Jainaheiligen Gomateswara. Alle 12 Jahre kommt es hier fast zu einem Aufruhr, wenn Pilger ein Gerüst erklimmen und in einem Salbungsritual Tausende von Eimern Wasser, Milch, Quark, Ghee (zerlassene Butter), Blumen, Zinnober und Safran über das unerbittliche Gesicht des Heiligen gießen. Belur (39 km von Hassan) war vor 800 Jahren die blühende Hauptstadt der Hoysala. Hier erhebt sich der kunstvoll gestaltete Chennakeshava-Tempel (1116). Nach der örtlichen Überlieferung kamen die islamischen Eroberer nach Belur, um ihn zu schleifen, zogen aber voller Ehrfurcht vor seiner Größe wieder ab. Jede Gottheit des hinduistischen Pantheon soll hier vertreten sein, einige sogar vielmals. Der zweischreinige Hoysalesvara-Tempel (1126) in Halebid (16 km von Belur) ist ebenso prächtig und gilt als eine der gekonntesten architektonischen Leistungen der Welt. Bei der Besichtigung beginnen die zu einer grenzenlosen Vielfalt ornamentalen Schmucks gestalteten Mauern sich vor den Augen des Betrachters wie ein voluminöses Bild aufzurollen. Ein Freilichtmuseum in der Nähe zeigt eine ausgezeichnete Sammlung von Hoysalaskulpturen, die aus anderen Tempeln geborgen wurden. Das Touristenbüro führt am Mittwoch, Freitag und Sonntag Tagesausflüge nach Belur und Halebid durch.

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