Stadt Ibiza
Die Stadt Ibiza (amtl. Ciudad de Ibiza, ibiz. Eivissa, 0-100 m; 22000 Einw.), Verwaltungs- und Bischofssitz sowie wirtschaftlicher Schwerpunkt im Süden der gleichnamigen Insel, liegt mit seinen typischen, am Burgberg emporsteigenden hellen Kubushäusern und überragt von der mächtigen, die Oberstadt umschließenden Festung überaus reizvoll am Südrand der geschützten, nach Südosten offenen Hafenbucht. Wenngleich die Mehrzahl der Besucher die Stadt heute vom Flughafen her auf dem wenig interessanten Landwege erreicht, so bleibt doch die Anreise zu Schiff ein eindrucksvolles Erlebnis: Das Stadtbild mit den sich weithin sichtbar auftürmenden Häusern und gekrönt von den wuchtigen Festungsbastionen wird als eine der malerischsten Ansichten im westlichen Mittelmeer gerühmt. Der Hafen wird durch zwei Molen gesichert. Am Fuß der Hauptmole steht ein Obelisk (von 1915) für die lbizenker Korsaren und ihren Kapitän Antonio Riquer, der 1806 die unter der britischen Flagge von Gibraltar segelnde Brigg “Fellcity” auf- brachte und ihren Kommandanten, den berüchtigten Piraten Miguel Novelli, gefangen nahm. ? Entlang dem Hafenkai verläuft die lebhafte, Kfz-verkehrsfreie Promenadenstraße Aven ida Andenes. ? Im nördlichen Hafenbecken befindet sich der moderne Jachthafen; dabei das neue Spielcasino. Südlich vom Hafen die UNTERSTADT, heute das Geschäftsviertel von Ibiza. In ihrem westlichen Teil La Marina zahlreiche Läden, Boutiquen, Esslokale und Bars sowie an der Plaza de la Constitucion der alte Gemüse- und Obstmarkt (von 1872) und an der Calle de Alfon- so XII der Fleisch- und Fischmarkt (auf achteckigem Grundriss); in vielen Gassen Hippiemarkt. Südlich der Plaza de Jose Pidal, an der Calle del Obispo Cardona, die Kirche El Salvador an der Stelle der im Bürgerkrieg zerstörten Fischerkirche San Telmo (urspr. 15. Jh.).? Der östliche, bis zu den Bastionen auf- steigende Teil der Unterstadt Sa Penya (Fischereiviertel) ist mit seinen engen Gassen und verträumten Winkeln der älteste außerhalb der Festungsmauern. Er hat seinen orientalisch anmutenden Charakter weitgehend bewahrt. Vom Ende der Calle de la Vista Alegra wie auch von der Ostmole bieten sich schöne Blicke auf die Stadt und das gegenüberliegende Buchtufer. ? Im Westen von La Marina dehnt sich die moderne Unterstadt aus. Sie wird von dem breiten Paseo Vara de Rey(Rambla) durchzogen; in der Platzmitte das Denkmal (von 1904) zu Ehren des Ibizenker Generals Joaquin Vara de Rey (1840-1898), der im Kampf um das kubanische El Caney fiel. An der Rambla liegen die wichtigsten öffentlichen Gebäude und Banken, das Ortsmuseum (Nr. 1) sowie das Verkehrsamt (Nr. 13). ? Im nördlichen Teil der neueren Unterstadt die Stierkampfarena Plaza de Toros (4000 Plätze), mit einem kleinen Stierkampfmuseum. Südlich über der Unterstadt erheben sich die mächtigen Mauern der eindrucksvollen Festung (seit 1942 Nationaldenkmal), die in Art, Ausmaß und Erhaltungszustand einzigartig ist. Sie entstand in den Jahren 1554-1585 auf Geheiß Kaiser Karls V. nach Plänen des aus Italien stammenden Baumeisters Calvi über den Resten der arabischen Ummauerung, von der nur geringe Teile erhalten sind. Die auf dem Grundriss eines unregelmäßigen Heptagons mit sieben Dreiecksbastionen angelegte und durch drei Tore zugängliche Feste umschließt die OBERSTADT oder ‘D’Alt Vila, mit verwinkelten Treppengassen (Kunstgalerien, Restaurants), dem Kastell, der Kathedrale, dem Bischofspalais, alten Verwaltungsgebäuden und stattlichen Herrenhäusern. ? Man er- reicht die Oberstadt von der Plaza de la Constituciön über die breite Rampe El Rastri Ilo und durch die Puerta de las Tablas, das einst durch eine Zugbrücke gesicherte Haupttor. Zu beiden Seiten des Tores zwei stark angegriffene römische Statuen, die beim Bau der Festung entdeckt wurden. Im Torgebäude ein Museum für zeitgenössische Kunst. ? Über der Bastion Santa Tecla ( Aussicht über Sa Penya und Hafen) erhebt sich die Catedral de Nuestra Sehora de las Nieves (Muttergottes vom Schnee). Von dem ursprünglich gotischen, im 17. Jahrhundert grundlegend umgestalteten Bau sind nur der Turm (105 m; Aussicht) und das Portal zur Sakristei erhalten. ? In einem kleinen Museum der Kathedrale eine schöne Monstranz aus Silberemail (14. Jh.) sowie gotische Malereien.
