Mai 26th, 2009 von Julia

Klimatisch, geologisch wie botanisch ist der Nordostteil von Teneriffa hochinteressant, für Wanderungen geradezu ideal. Auch wenn Wanderungen in dieser urwüchsigen Region keine Spaziergänge sind und einige Kondition erfordern - solche Eindrücke werden Sie in keinem anderen Teil der Insel wieder finden! In Millionen von Jahren haben Stürme und Niederschläge eine bizarre, zerklüftete Bergwelt geschaffen, die nur aus der Ferne oder vom Flugzeug aus unzugänglich und unwirtlich erscheint. Aber zwischen vielzackigen Bergkämmen und sanften Tälern lebt, blüht es, bedecken Lorbeerwälder und hohe Baumerikagewächse die Hänge, finden Sie feucht-moosige Wälder und saftige Wiesen. Der für Teneriffa wie für die anderen Inseln lebensnotwendige Nordostpassat fegt vom Atlantik gegen die Basaltklippen und -felsen an der Küste, steigt an ihnen empor, bildet Wolken und Nebel. In dieser Wetterecke der Insel entscheidet sich, wie das Wetter im Nordteil Teneriffas wird und der feuchte Nebel ist es oft, der dem zunächst so kahl wirkenden Anagagebirge eine grünliche Patina verleiht. An die 1000 Meter hoch, ist das Anagagebirge dennoch gut erschlossen, zweigen von der Hauptstraße, die von La Laguna aus über den Mercedeswald am berühmten Aussichtsplatz Pico del Ingles vorbei bis fast in den äußersten Nordosten führt, Wege, Forststraßen und Pfade ab, teilweise als Wanderwege beschildert. Wer es auch mal stürmisch mag, wer Gebirgswanderungen gewohnt ist und die Anfahrt nicht scheut, darf sich das Abenteuer Anagagebirge nicht entgehen lassen. Noch kommen nicht viele Touristen dorthin, noch hat sich die Abgeschiedenheit und der herbe Charme erhalten in dieser faszinierenden, teilweise unzugänglichen, jedenfalls aber wohl stillsten Bergregion Teneriffas.

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