Juni 24th, 2009 von Julia

Kambodscha (Kambuja; französisch Cambodge, englisch Garnbodia), neuerdings Kampuchea (Kamputschea) genannt, erstreckt sich im Süden des hinterindischen Subkontinents (Indochina) zwischen 10′ und 15° nördlicher Breite sowie 103° und 108° östlicher Länge über eine Gesamtfläche von 181 035 km². Es grenzt im Westen und Nordwesten an Thailand, im Norden an Laos sowie im Osten und Südosten an Vietnam und stößt im Südwesten im Bereich der tief ins Land greifenden Bucht von Kampong Som an den Golf von Siam (mehrere kleine Inseln). Das Kernland bilden die weiten Alluvialniederungen (5-20 m ü.d.M.) um den Tonle Sap (Großer See) und den mittleren Mekong. Im Sommer und Herbst strömt das Wasser des angeschwollenen Mekong flußaufwärts in den Tonle Sap, dessen Oberfläche sich dann von normalerweise ca. 3000 km2 auf über 10000 km² vergrößert. Das geschlossene, während der Monsunzeit zum Großteil versumpfte Tiefland wird im Norden entlang der kambodschanisch-thailändischen Grenze von den Danrekbergen und anderen Hügelketten (500-750 m ü.d.M.) sowie im Westen und Südwesten vom Kardamomgebirge (bis 1250 m ü.d.M.) und vom Elefantengebirge (bis 1100 m ü.d.M.) abgeschirmt. Gegen die Ostgrenze (Vietnam) steigt das Bergland von Annam auf. Die höchste Erhebung des Landes ist der ca. 100 km Luftlinie nordwestlich von Phnom Penh aufsteigende Phnom Aoral (1771 m ü.d.M.). Das Klima in Kambodscha ist tropisch und wird vom Monsun bestimmt. Die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen sind gering; in Phnom Penh beträgt die jahresdurchschnittliche Temperatur etwa 27°C. Das feuchtheiße Wetter bedingt eine reiche Vegetation. Die Randgebirge sind weithin mit tropischem Regenwald, das Landesinnere mit laubabwerfenden Monsunwäldern bedeckt; im Küstenbereich finden sich verbreitet Mangrovesümpfe. Die Überschwemmungsgebiete von Tonle Sap und Mekong eignen sich vorzüglich zum Naßanbau von Reis (`Paddy’); das Klima ermöglicht hier theoretisch bis zu vier Ernten im Jahr. Die Fauna zeigt sich noch immer artenreich und weist etliche seltene, andernorts vom Aussterben bedrohte Spezies auf: Elefanten, Tapire, Tiger, Leoparden, zahlreiche Affenarten, Schlangen (u.a. giftige). Bis zur Machtergreifung der kommunistischen Roten Khmer im Jahre 1975 bestand die Bevölkerung aus etwa acht Millionen Menschen; die Bevölkerungszahl wird derzeit auf ca. 6,9 Mio. geschätzt. In Kambodscha lebten früher, abgesehen von kleineren vietnamesischen und chinesischen Minderheiten sowie einigen Bergstämmen im Nordosten, ganz überwiegend Kambodschaner, die Nachkommen der alten Khmer. In jüngster Zeit sind einerseits viele Kambodschaner nach Thailand geflüchtet, andererseits strömen zunehmend Vietnamesen nach Kambodscha. Wenngleich die neuen atheistischen Machthaber die Ausübung religiöser Bekenntnisse unterdrücken, bleibt die Bevölkerung nach wie vor dem Buddhismus verbunden. Landessprache ist Kambodschanisch (Khmer); daneben hat das Französische noch immer seinen festen Platz. Im Zuge der politischen Neuorientierung gewinnen das Vietnamesische und auch das Russische an Bedeutung. Das Bildungssystem ist im Aufbau begriffen (noch sind etwa 65% der Kambodschaner Analphabeten). Alles vor 1979 Gedruckte ist verboten; der Buddhismus wird in den neuen Schulbüchern nicht mehr erwähnt.

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