Juni 27th, 2009 von Julia

Die einstige Königsresidenz Luang Prabang (Louang Phrabang, 365 m ü.d.M.; 45000 Einw.) liegt rund 350 km nordnordöstlich von Vientiane in einer vegetationsreichen Hügellandschaft an der Mündung des Nam Khan in den Mekong und kann derzeit nur im Rahmen einer genehmigten Gruppenreise per Flugzeug besucht werden. Der NAME der Stadt leitet sich von Pra Bang (= Goldener Buddha) her. Diese Buddhafigur soll ein Priester aus dem kambodschanischen Angkor zu Fa Ngoum, dem ersten laotischen König, gebracht haben. Der König hatte als Knabe am kambodschanischen Hofe gelebt, später eine kambodschanische Prinzessin geheiratet und sich der buddhistischen Lehre verschrieben. Nach Gründung seines eigenen laotischen Königreiches habe ihm jener Mann, der ihn zuvor in religiösen Fragen unterwiesen hatte, einen goldenen Buddha gebracht, der von der Insel Ceylon (heute Sri Lanka) stammen und damals bereits mindestens 500 Jahre alt gewesen sein soll. Das Stadtbild von Luang Prabang ist geprägt von zahlreichen buddhistischen Tempeln und Pagoden;die früher allenthalben in ihren orangeroten Gewändern anzutreffenden Mönche müssen unter dem jetzt herrschenden kommunistischen Regime auf den Reisfeldern der Umgebung arbeiten. Am Ort sieht man noch etliche feste Steingebäude aus der französischen Kolonialzeit, es überwiegen jedoch die Holzhäuser und strohgedeckten Hütten der Laoten. Im Kern der Stadt erhebt sich ein Phousi genannter Felsen, von dessen Höhe man bei gutem Wetter einen prächtigen Rundblick über das Umland hat. An der höchsten Stelle steht der That Chomsi mit einer goldenen, von neun Ehrenschirmen (Zeichen der Königs würde) überhöhten Pyramide. Man nimmt an, daß die Anlage auf den Ruinen eines alten Tempels errichtet wurde; König Savang Vatthana ließ sie 1962 restaurieren. Zwischen dem Phousi-Felsen und dem Mekongufer liegt der ehemalig Königspalast, der die Bürgerkriegswirren unbeschadet überstanden hat. Nahebei befindet sich der 1821-1891 erbaute Tempel Wat May Souvanna Phoumakam, in dem vorübergehend der Goldene Buddha (Pra Bang) aufbewahrt wurde; an den Seiten verlaufen goldene Reliefs, die das Leben am Königshof und jenes der ländlichen Bevölkerung darstellen. Sehenswert ist ferner Wat Pa Ke (1853 erneuert), auch ‘Niederländische Pagode’ genannt; an zwei Türen Goldfresken mit niederländischen Reisenden des 17. und 18. Jahrhunderts. Am Wat Xieng Thong zeigt sich der für das nördliche Laos charakteristische Architekturstil mit dem steilen, auf allen Seiten fast bis zum Erdboden herabreichenden Dach. In früheren Jahrhunderten wurden hier die laotischen Könige gekrönt. Weitere bemerkenswerte Pagoden sind Wat Aphay, Wat May, Wat Manorom (mit einem 12 t schweren Buddha aus dem 14. Jh.), Wat Visoun und That Mak Nlo.

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