Juni 29th, 2009 von Julia

Der schachbrettartige Grundriß Vallettas ist der heute noch sichtbare Beweis dafür, daß die Stadt planmäßig angelegt wurde. Ihre Gründung war eng mit den Ereignissen der großen Belagerung Maltas durch die Türken von Mai bis September 1565 verknüpft. Zwar gelang es dem zahlenmäßig weit unterlegenen Johanniterorden, in dessen Besitz sich die maltesischen Inseln seit 1530 befanden, die Angreifer zurückzuschlagen. aber man hatte erkannt, daß der Wiederaufbau der zerstörten bzw. stark beschädigten Befestigungsanlagen von Fort St. Elmo an der Spitze des damals noch unbesiedelten Mount Sciberras, von Fort St. Angelo vor dem Ordenssitz Birgu (das heutige Vittoriosa) und von Fort St. Michael auf der Halbinsel des heutigen Senglea nicht ausreichen würde, um einem abermaligen Angriff der Türken standzuhalten. Der damalige Großmeister Jean Parisot de la Va/ette gründete deshalb am 28. März 1566 zum besseren Schutz des Grand Harbour die nach ihm benannte Stadt Valletta. Als strategisch günstigste Stelle erwies sich der Mount Sciberras oberhalb von Fort St. Elmo. Die Pläne wurden von Francesco Laparelli da Cortona, einem der besten Festungsbaumeister seiner Zeit, erstellt. Papst Pius IV. hatte ihn nach Malta beordert, um sich auf diese Weise dem Ritterorden erkenntlich zu zeigen. Laparelli konnte aufgrund der aus allen Teilen Europas eingehenden Spenden auf einen älteren Plan zurückgreifen, der vorher aus finanziellen Gründen verworfen worden war. Nach drei Jahren war der Aufbau Vallettas bereits weit fortgeschritten, und Laparelli übertrug seinem Gehilfen Gerolamo Cassar die restlichen Arbeiten. Von ihm stammen die im Renaissancestil errichteten sieben Ritterherbergen (Auberges) der Stadt, von denen heute leider nur noch vier erhalten sind, der Großmeisterpalast, die St. John’s Co-Kathedrale und der Verdala-Palast bei Rabat. Die meisten Bauwerke des alten Valletta entstanden jedoch in der ersten, um 1650 von Italien auf Malta übergreifenden Stilepoche des Barock. die der gesamten Inselgruppe ihren Stempel aufdrückte. Bekannteste Baumeister dieser Zeit waren Lorenzo Gafä (1630-1704), Barbara (1660-1730) und Giuseppe Bonnici (1707 bis ca. 1780). Nach 1722 gewann der iberische Stil an Bedeutung; denn bis 1775 standen ausschließlich spanische und portugiesische Großmeister an der Spitze des Johanniterordens. Domenico Cachia (1710-1790) gestaltete in ihrem Auftrag die von Cassar erbaute Auberge de Castille um, deren prunkvolle Fassade eindrucksvoll den Wohlstand Vallettas und des gesamten maltesischen Archipels zur Spätzeit des Johanniterordens widerspiegelt. Diese Ara ging jedoch unter dem deutschen Großmeister Ferdinand von Hompesch (seit 1797) zu Ende. Er übergab Napoleon Bonaparte die gesamte Stadt kampflos. als dieser 1798 während seines Agyptenfeldzugs mit der französischen Flotte im Grand Harbour landete. Am 18. Juni mußten alle Mitglieder des Ordens Malta verlassen. Die Herrschaft der Franzosen währte nur zwei Jahre: denn 1800 besetzten die Engländer Valletta. Im Vertrag von Paris (1814) erhielt Großbritannien die gesamte Inselgruppe als Kronkolonie zugesprochen. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war der Hafen Vallettas einer der wichtigsten englischen Flottenstützpunkte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt bei Luftangriffen der Achsenmächte zum Teil zerstört. 1964 avancierte Valletta zur Hauptstadt des unabhängigen Staates Malta.

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