Laos
Laos ist heute ein unzureichend entwickeltes Agrarland, dessen Nutzflächen ganz überwiegend in den Niederungen des Mekong und seiner Nebenflüsse liegen. Die wichtigste Anbaufrucht ist der Reis (hauptsächlich im Naßfeldbau), das Grundnahrungsmittel der Bevölkerung. Daneben werden in geringen Mengen Mais, Kartoffeln, Maniok, Gemüse, Gewürze, Zitrusfrüchte, Melonen, Tabak, Kaffee, Tee, Erdnüsse, Indigo, Baumwolle u.a. angebaut. Die Produkte des Feldbaus wie auch die wenig bedeutende Viehzucht (Rinder, Wasserbüffel, Schweine, Geflügel) dienen hauptsächlich der Selbstversorgung. Obwohl artenreiche Baumbestände, darunter Edelhölzer wie Teak und Mahagoni, vorhanden sind, ist die Forstwirtschaft kaum organisiert; die Bergvölker treiben nach wie vor Brandrodung. Im sogenannten Goldenen Dreieck, wo Laos, Thailand und Birma zusammentreffen, dürfen die Bergstämme Schlafmohn zur Opiumgewinnung anbauen; die Herstellung von Opium und der Handel mit dem Rauschmittel unterstehen jedoch strenger staatlicher Aufsicht. Nach der kommunistischen Machtübernahme hat die Kollektivierung der Landwirtschaft (Produktionsgenossenschaften von durchschnittlich 30-50 Familien) eingesetzt. Langfristige Volkswirtschaftspläne sollen zunächst die Land- und Forstwirtschaft voranbringen; in einer nächsten Phase ist der Aufbau von Industrien vorgesehen. Derzeit bestehen auf diesem Sektor nur bescheidene Einrichtungen zur Verarbeitung von Holz, Tabak und Baumwolle sowie kleine Produktionsstätten der Textil-, Leicht- und Nahrungsgüterindustrie. Nicht unbeträchtlich sind die laotischen Bodenschätze; es gibt Lagerstätten von Zinn, Kupfer, Eisenerz, Kohle und Salz; bisher hat jedoch lediglich der Abbau von Zinn und Salz eine gewisse Bedeutung (Export). Der Energieversorgung insbesondere der Landeshauptstadt dient ein Wasserkraftwerk am Nam-Ngum-Staudamm, etwa 90 km nördlich von Vientiane.
