Übersee-Departement Guadeloupe
Das Übersee-Departement Guadeloupe wird ebenso verwaltet wie eine entsprechende administrative Einheit im europäischen Mutterland. Hauptstadt und Sitz der Präfektur ist Basse-Terre. Unterpräfekturen gibt es in Pointe-a-Pitre und St-Martin. Das Departement ist in Paris parlamentarisch mit drei Abgeordneten und zwei Senatoren vertreten. 41 Mitglieder bilden den Regionalrat, 35 Mitglieder den Rat für Wirtschaft und Soziales. Und im Conseil Gönöral des Übersee- Döpartements sitzen 36 Vertreter aus den einzelnen Gemeinden und Kantonen. Zur Zeit leben auf Guadeloupe etwa 330 000 Einwohner, überwiegend gemischtrassige Nachkommen von französischen Einwanderern, afrikanischen Sklaven und indischen Kontraktarbeitern. Nur ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung, die größtenteils der römisch- katholischen Kirche angehört, ist rein europäischer Abstammung. Etwa 54 % der Inselbewohner sind unter 20 Jahre alt, was nicht zuletzt ein Ergebnis des auch von den anderen karibischen Inseln bekannten hohen Geburtenüberschusses ist. Der jährliche Bevölkerungszuwachs liegt zwischen 1,5 und 2 %. Um den Bevölkerungsdruck abzumildern, werden regierungsamtlich nicht nur Maßnahmen zur Familienplanung unterstützt, sondern auch Umsiedlungsaktionen vorgenommen. Jährlich werden zwischen 2 500 und 3 000 Personen behutsam in schwach besiedelte französische Überseegebiete, so z.B. nach Französisch-Guyana oder auch ins Mutterland umgesiedelt. Etwa ein Viertel der aktiven Bevölkerung ist im primären Sektor, vor allem in der Landwirtschaft beschäftigt. Ein weiteres Viertel arbeitet im produzierenden Gewerbe. Mehr als 50 % der Erwerbstätigen sind in den Dienstleistungsbereichen Handel, Tourismus und Verwaltung engagiert. Bevölkerungsschwerpunkt der Insel ist Pointe-a-Pitre, das mit seinen Nachbarorten einen Verdichtungsraum bildet, in dem derzeit über 110 000 Menschen leben. Die zweitgrößte Agglomeration bilden die Inselhauptstadt Basse-Terre und deren Nachbargemeinden mit etwa 50 000 Einwohnern. Mit beträchtlichem Aufwand wurden in den letzten Jahren Sozial- und Bildungseinrichtungen ausgebaut, so daß die Inselgruppe heute zu den bestentwickelten Gebieten des karibischen Raumes gehört.
