Februar 5th, 2010 von admin

Im waldreichen Hessischen Bergland liegt südwestlich von Kassel der 27 km lange Edersee, der sich in zahlreichen Windungen von Hemfurth bis Herzhausen hinzieht. Von seinem Ufer aus reichen die Wälder bis weit ins Hinterland. Die größte Breite des Stausees mit einem Fassungsvermögen von 202 Millionen cbm Wasser beträgt 1000 m; die max. Wassertiefe von 43 m ist jedoch im Sommer starken Schwankungen unterworfen. Bei Niedrigwasser kommen wieder die verlassenen Dorfstätten zum Vorschein. Die Eder war bis zur Jahrhundertwende der wildeste Fluß in Hessen, der durch Überschwemmungen ganze Landstriche verwüstete. Mit dem Bau der seinerzeit größten Talsperre Deutschlands in den Jahren 1908-14 wurden diese Gefahren nicht nur verhindert, sondern die angestauten Wassermassen dienten zugleich der Schiffbarmachung von Fulda, Weser und Mittellandkanal sowie der Stromerzeugung. Die 400 m lange und 47 m hohe Sperrmauer bei Hemfurth war für die damalige Zeit ein technisches Meisterwerk. In der Nacht zum 17. Mai 1943 riß eine Fliegerbombe ein 70 m breites Loch in die Mauer, durch das die Wasserfluten zu Tal stürzten und großen Schaden verursachten. Im gleichen Jahre konnte der See wieder aufgestaut werden. Die Stromerzeugung erfolgt u. a. durch das moderne Pumpspeicherwerk Waldeck II mit dem Hochspeicherbecken auf dem Rücken des Ermerod, aus dem in verbrauchsstarken Zeiten das Wasser durch eine unterirdische Druckrohrleitung die Turbinen antreibt und in verbrauchsschwachen Zeiten wieder in das Oberbecken zurückgepumpt wird. Der Höhenunterschied zum Unterbecken beträgt 329 m. Es handelt sich hier um das größte Kavernenkraftwerk der Welt. Das Maschinenhaus liegt in einer der größten von Menschenhand geschaffenen Höhle mit den Ausmaßen von 100 m Länge, 34 m Breite und 50 m Höhe, zu der ein über 800 m langer Zufahrtsstollen führt. Zur Kraftwerksgruppe Edersee gehören weitere Pumpspeicher- und Speicherkraftwerke sowie das Laufwasserkraftwerk Affoldern.

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